Volleyball: Aufbruchstimmung nach dem Titelgewinn

Die Volleyballer des VfL Sindelfingen sind am Ziel ihrer Träume angelangt. Am Samstagabend machte die Mannschaft von Jürgen Kratzeisen vor knapp 200 Zuschauern in der Sporthalle Stadtmitte mit einem 3:1-Heimsieg gegen den ärgsten Verfolger, die SG Volley Neckar-Teck, alles klar und spielt in der kommenden Saison in der Regionalliga.

„Vor 17 Jahren bin ich das erste Mal, vor 15 Jahren das zweite Mal in die Regionalliga aufgestiegen“, erinnert sich Alexander Horvath in der Stunde des neuerlichen Triumphs an seine ersten Schritte in der ersten Mannschaft des VfL Sindelfingen zurück. Postwendend erfolgte damals in der jeweils darauf folgenden Saison wieder der Abstieg in die Oberliga. So weit soll es dieses Mal, so der VfL-Kapitän weiter, aber nicht kommen: „Es hat sich viel geändert in der Zwischenzeit. Nicht nur, dass ich damals der Jüngste im Kader war. Auch sportlich und von den Strukturen im Verein her sind wir nun ganz anders aufgestellt. Deshalb bin ich mir sicher, dass wir auch eine Liga höher eine gute Rolle spielen werden.“

Davon ist auch Benjamin Kindle überzeugt. Der Abteilungsleiter der VfL-Volleyballer ist nicht nur sportlich äußert zufrieden. Auch das Team dahinter verdiene höchstes Lob: „Alle Posten sind mit fähigen Personen besetzt, die allesamt großartige Arbeit leisten und immer versuchen, neue Ideen umzusetzen. Mir bereitet es großen Spaß, ein Teil dieser Abteilung zu sein.“ Den sportlichen Erfolg will Benjamin Kindle nun nutzen, um die nächste Stufe zu zünden. „Ab sofort geht die Planung für die nächste Runde los. Wir wollen versuchen, Volleyball in Sindelfingen wieder fester zu etablieren und auch neue Sponsoren an Land zu ziehen.“

Dass Volleyball bei den Fans in der Daimlerstadt wieder Fuß fassen könnte, zeigte sich beim entscheidenden Spiel am Samstagabend gegen die SG Volley Neckar-Teck. Knapp 200 Zuschauer sorgten für mächtig Rabatz in der Sporthalle Stadtmitte und peitschten ihre Mannschaft zum nie gefährdeten 3:1-Sieg. Auch für den Abteilungsboss ein untrügliches Zeichen, dass „wir hier eine kleine Euphorie entfacht haben“. Dazu beigetragen hat vor allen Dingen Sven Metzger. Vor der Runde vom Bundesligisten TV Rottenburg zum VfL zurückgewechselt, machte der 25-Jährige nicht nur sportlich den Unterschied, sondern beeindruckte darüber hinaus mit seiner Einstellung. „Sven hätte aufgrund seiner Vita durchaus einen auf dicke Hose machen können“, so Benjamin Kindle. „Stattdessen hat er sich aber voll in den Dienst der Mannschaft gestellt und ist vorangegangen.“

Begeistert von ihrem „Neuen“ waren auch die Mitspieler – allen voran Routinier Jonas Breuer, den nicht nur das Sportliche mit Sven Metzger verbindet: „Mein Traum war es, irgendwann in die Regionalliga aufzusteigen. Dass das jetzt auch noch an der Seite meines Cousins gelingt, macht die ganze Sache noch besser.“ Für Kapitän Alexander Horvath ist Sven Metzger schlichtweg „der entscheidende Mann im Kampf um den Titel“ gewesen. „Sven macht mit seiner Präsenz auf dem Platz jeden von uns noch ein wenig besser. Nicht nur, dass man sich neben ihm sicherer fühlt, bei ihm sieht alles auch noch ziemlich gut aus.“

Der so Hochgelobte gibt sich bescheiden und bejubelt „den ersten Titelgewinn meiner Aktivenlaufbahn. In Rottenburg habe ich nie um Meisterehren spielen können. Deswegen ist das auch für mich Neuland – und ehrlich gesagt auch ein ziemlich geiles Gefühl“. Der sportliche Rückschritt von Liga eins in Liga fünf kam berufsbedingt zustande. „Den Aufwand in Rottenburg konnte und wollte ich nicht mehr leisten. Und da ich hier beim VfL mit zehn Jahren das Volleyballspielen begonnen hatte, wollte ich unbedingt wieder hierher zurück.“

Ein weiterer Mosaikstein für den Erfolg war Trainer Jürgen Kratzeisen. Gleich in seinem ersten Jahr auf der VfL-Kommandobrücke gelang der Regionalliga-Aufstieg. Diesen kaum errungen, blickte der VfL-Coach auch schon nach vorne: „Wir werden uns demnächst zusammensetzen und die neue Runde besprechen.“ Jürgen Kratzeisen legt dabei großen Wert auf die Jugendarbeit: „Wir wollen und müssen in den nächsten Jahren jüngere Spieler nachziehen, um auch unseren Altersschnitt zu senken. Ich bin überzeugt davon, dass wir auch in der nächsten Saison eine Liga höher eine gute Rolle spielen und oben nicht verhauen werden.“

Für den VfL Sindelfingen spielten in dieser Saison: Alexander Horvath, Thomas Meyer, Jonas Breuer, Thomas Dörr, Sven Metzger, Nico Dworschak, Chris Cartano, Benjamin Burkard, Martin Tischhäuser, Julian Bubek, Magnus Irion, Sören Waitz und Sander Schäfers.

Als der VfL Sindelfingen unter Trainerlegende Benjamin Takacs letztmals in der Regionalliga spielte, trainierte Edip Zvizdiç einige Male beim VfL mit. Auch deshalb freut er sich nun ganz besonders über den Erfolg der Sindelfinger Volleyballer.

So sehen Sieger aus: Die Volleyballer des VfL Sindelfingen und Trainer Jürgen Kratzeisen (Vierter von rechts) bejubeln nach einer beeindruckenden Saison die Oberliga-Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga. Bild: Photo 5

Quelle: SZ-BZ Online