Leichtathletik: Tobias Dahm reißt die Achillessehne

Tobias Dahm ist mit einem heftigen Rückschlag ins neue Jahr gestartet. Der Sindelfinger Kugelstoßer erlitt am 30. Dezember einen Achillessehnenriss, am Montag wurde er im Bundeswehr-Krankenhaus in Ulm erfolgreich operiert. Nun steht dem Olympiateilnehmer von Rio eine schwere Zeit bevor.

Es war eine ganz normale Sprinteinheit am vergangenen Freitag, nach dem Einlaufen und ein paar kurzen Antritten gab Tobias Dahm in der Stuttgarter Molly-Schauffele-Halle richtig Gas – und fand sich plötzlich auf dem Boden wieder. „Meine Achillessehne ist mir ohne Vorankündigung gerissen. Ich habe meinen Fuß ganz normal aufgesetzt und keinen Fehler gemacht“, sagt der Sindelfinger.

Nach einer guten Vorbereitung auf die Hallensaison ist Dahm nun wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. „Ich war sehr gut drauf. Meine Werte waren auf dem Niveau von Rio, ich wollte in der Halle nahtlos anknüpfen und jetzt hat es mich voll erwischt.“

Gleich an Neujahr ging es auf Krücken ins Ulmer Bundeswehr-Krankenhaus, vor einem guten Jahr wurde hier schon Arthur Abele nach seinem Achillessehnenriss operiert. Der erfolgreiche Zehnkämpfer, ehemals im Sindelfinger Trikot unterwegs, kam blitzschnell, nach nur acht Monaten, und stärker als je zuvor zurück.

Für Tobias Dahm heißt es nun abwarten, ob der Heilungsprozess ebenso gut erfolgt. Die Operation am Montag verlief erfolgreich, die Sehnenenden konnten wieder miteinander verbunden werden. Allerdings ist die Sehne relativ hoch, nahe des Wadenmuskels abgerissen. Zur Wundversorgung muss der 29-Jährige nun noch einige Tage im Krankenhaus bleiben, dann heißt es weitersehen für den Olympiateilnehmer, der im letzten Jahr die beste Saison seines Lebens zeigte.

Zum ersten Mal bezwang Dahm die 20-Meter-Marke, belegte bei den Europameisterschaften Platz acht und durfte an den Olympischen Spielen teilnehmen. So soll es, spätestens im Jahr der Heim-EM in Berlin 2018 weitergehen.

Deswegen schaut Tobias Dahm nach vorne und denkt schon an die kommenden Herausforderungen im Training. „Ich muss auf jeden Fall neun Wochen lang diesen Spezialschuh tragen, den Oberkörper kann ich wohl weiter trainieren. Außerdem ist es zumindest mein linkes Bein. Damit muss ich nur stemmen, mit dem anderen kann ich eventuell noch weiter arbeiten.“

Seinen Kampfgeist hat der Kugelstoßer auf jeden Fall nicht verloren: „Ich werde weitermachen, kämpfen und versuchen nach der Zwangspause noch besser zurückzukommen.“

Darauf hofft auch VfL-Abteilungsleiter Markus Graßmann: „Wir drücken Tobias alle die Daumen, dass er schnell wieder auf die Beine kommt. Es ist die erste schwere Verletzung für ihn. In den zehn Jahren im VfL-Trikot hatte er bisher noch keinen Wettkampf verpasst.“

Der Sindelfinger Kugelstoßer Tobias Dahm nach der Operation im Ulmer Bundeswehr-Krankenhaus. Bild: z

Quelle: SZ-BZ Online