Leichtathletik: Tobias Dahm darf auf Rio hoffen

Quelle: SZ-BZ Online

Das Markenzeichen der Olympischen Spiele sind die fünf Ringe, sie stehen für die fünf Erdteile. Passend dazu kommen fünf Athleten aus dem Kreis Böblingen, die heute vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) offiziell nominiert werden. Möglicherweise kommt mit Kugelstoßer Tobias Dahm ein sechster Sportler dazu.

„Der Deutsche Leichtathletik Verband (DLV) hat dem DOSB ein Empfehlungsschreiben für Tobias Dahm geschickt und darauf verwiesen, wie er sich in den letzten 15 Monaten gesteigert hat. Ich

habe Hoffnung, dass es vielleicht doch noch mit einer Nominierung klappt. Schließlich hat er bewiesen, dass er auf den Punkt topfit ist“, sagt Markus Graßmann, Abteilungsleiter der Sindelfinger Leichtathleten.

In der Qualifikation bei der EM in Amsterdam hatte der Sindelfinger mit 20,42 Metern einen neuen persönlichen Rekord aufgestellt (die SZ/BZ berichtete). Zur Olympia-Norm von 20,50 Meter fehlten nur noch acht Zentimeter. Tobias Dahm: „Ich habe konstant gestoßen, leider nicht konstant weit genug. Ich bin enttäuscht. Ich habe mein Ziel nicht erreicht, das ich erreichen wollte. Das ist ärgerlich.“

Mit der Hürdensprinterin Nadine Hildebrand hat der VfL schon ein Ass in Rio de Janeiro. Bei der Europameisterschaft in Amsterdam verpasste sie allerdings das Finale wegen vier Tausendstel-Sekunden. Trainer Werner Späth: „Sie ist die ersten beiden Hürden nicht in die Pötte gekommen.“ Das kann bei den Olympischen Spielen ja nur besser werden.

Auch Marathonläufer Philipp Pflieger enttäuschte bei der EM in Amsterdam. Mit Platz 33 im Halbmarathon war der Sindelfinger zweitbester Deutscher unter den 90 Läufern. So ganz rund lief es nicht – und das passt gut zu seiner besonderen Geschichte auf dem Weg nach Rio de Janeiro. Was war das für ein Aufschrei der Empörung, der Ende September durch die sozialen Medien hallte: Philipp Pflieger hatte bei seinem Marathon-Debüt in Berlin restlos überzeugt, wurde damals zum zweitschnellsten Deutschen des Jahrzehnts. Nur die Olympia-Norm verpasste er um 35 Sekunden. Doch das Reglement kannte keine Gnade: Deutschlands neuer Langstrecken-Überflieger sollte nicht nach Brasilien abheben dürfen. Drei Monate später lenkte der Verband ein: Der Sindelfinger ist schnell genug für Rio de Janeiro.

Mehrfach gefordert in Rio ist Björn Hornikel. Der Sindelfinger Schwimmer musste sich in der vergangenen Woche in Berlin der zweiten und entscheidenden Qualifikation stellen. Trainer Peter Dlucik: „Björn startet in Rio de Janeiro über die 100 Meter Freistil und in der 4×100-Meter-Staffel. Das war spannend, bis er sich diesen Platz gesichert hatte.“ In der kommenden Woche fliegt Hornikel mit dem bundesdeutschen Schwimmteam zum Trainingslager ins brasilianische Florianópolis.

Der Sindelfinger Boxer Vahagn Sahakjan, der mittlerweile unter dem Namen David Graf in den Ring steigt, sicherte sich früh sein Olympia-Ticket. Der Schwergewichts-Boxer wurde am Samstag im Olympia-Stützpunkt Heidelberg offiziell verabschiedet. „Das geplante Sparring mit ihm wurde allerdings abgesagt, da Vahagn leicht erkältet war“, sagt Thomas Kugler, stellvertretender Abteilungsleiter der Sindelfinger Faustkämpfer.

Die Ehninger Turnerin Kim Bui stellte mit 57,266 Punkten eine neue Bestleistung im Mehrkampf auf und überzeugte dabei mit ihrer Bodenkür. Das war der Schlüssel für Olympia.

Deshalb steht sie heute mit Nadine Hildebrand, Björn Hornikel, Philipp Pflieger und Vahagn Sahakjan auf der DOSB-Liste der Olympia-Starter. Vielleicht kommt mit Tobias Dahm noch ein sechster Sportler aus dem Kreis Böblingen dazu.