Leichtathletik: Schaulaufen der Stars von morgen

Der Glaspalast wird am Wochenende zur großen Wettkampf-Bühne. Die deutschen Jugendhallenmeisterschaften der Leichtathleten finden in Sindelfingen statt und ziehen Hunderte Nachwuchsathleten an.

Heute und morgen sind Sportler zu sehen, die schon erste Auftritte im Nationaltrikot absolvieren durften und als große Talente gelten.

Heute treten über die 60-Meter-Strecke etwa Thomas Bartel, Noel Thorwesten und Milo Skupin-Alpha an. Der Letztgenannte aus Offenburg schaffte es bei den U18-Weltmeisterschaften über die 100 Meter bis ins Finale. Spannend wird hier das Duell um die Medaillen im Finale um 14 Uhr.

Auch im Stabhochsprung der männlichen Jugend U20, Beginn Samstag um 15 Uhr, ist das Potenzial des Nachwuchses zu sehen. Hier tritt mit Bo Kanda Lita Baehr der Sieger des olympischen Jugendfestivals, der bei den nationalen Meisterschaften der Aktiven am vergangenen Wochenende mit persönlicher Bestleistung von 5,48 Metern auf Platz vier sprang, an. Auch der Kugelstoßwettkampf der weiblichen Jugend am Sonntag um 13.30 Uhr ist mit der U18-Weltmeisterin Julia Ritter und der um zwei Jahre jüngeren U18-Vize-Europameisterin Jule Steuer hochklassig besetzt. Im Kugelstoßen der männlichen Jugend wird ein spannendes Duell zwischen dem Deutschen U20-Meister Tobias Köhler und Pascal Eichler erwartet. Am Sonntag um 11 Uhr geht es los.

Im Hochsprung hat Laura Gröll in diesem Jahr schon mit beachtlichen 1,88 Metern vorgelegt. Gemeinsam mit einer Reihe weiterer starker Springerinnen könnte hier am Sonntag um 10.30 Uhr ein spannender Wettbewerb entstehen.

Auch der Sindelfinger Nachwuchs ist im Glaspalast vertreten. Chancen auf gute Platzierungen haben gleich mehrere VfL-Athleten. Auf Platz vier der Jugend-Bestenliste im Hürdensprint steht Aleksandar Gacic. Keine schlechte Ausgangsposition für den Sindelfinger, der in dieser Hallensaison so richtig durchstartete und das große Ziel hatte ins Finale zu laufen. Doch seit knapp drei Wochen plagen den Hürdensprinter Schmerzen im Rücken, die in dieser Woche noch stärker wurden. „Die Diagnose ist ein Muskelbündelriss am Latissimus“, berichtet Gacic von der Unglücksmeldung. Spontan wird der 17-Jährige entscheiden, ob sich die Teilnahme an den Meisterschaften überhaupt lohnt.

Besser sieht es bei Velten Schneider aus. Der Mittelstreckenläufer zeigte in den letzten Wettkämpfen souveräne Auftritte, unvergessen das taktisch kluge Rennen bei den Landesmeisterschaften über die 1500-Meter-Strecke, in dem er in einer Zentimeterentscheidung den Meistertitel errang.

Schneider hat die Normen für die 1500 und die 3000 Meter, hat sich aber für einen Start über die kürzere Distanz entschieden. Hier erhofft er sich größere Chancen auf eine gute Platzierung und den Einzug ins Finale, das am Sonntag um 12.35 Uhr stattfindet.

Mit Kim Bödi tritt eine weitere Mittelstreckenläuferin im Sindelfinger Trikot an. Die 16-Jährige zählt zu den jüngsten Teilnehmerinnen der Meisterschaften und wird die 800 Meter laufen. Für die junge Athletin geht es vor allem darum, Meisterschaftsluft zu schnuppern und in ihrem ersten Jugend-Jahr wichtige Erfahrungen zu sammeln. „Ich möchte am Wochenende einfach nur die Atmosphäre bei deutschen Meisterschaften genießen, und da es ein sehr starkes Feld ist, strebe ich eine neue Bestleistung an“, sagt die Sportlerin.

Über die 800-Meter-Strecke der männlichen U20 startet Leonard Baranski. Für ihn ist das große Ziel das Finale der besten Zwölf, dafür wird der Sindelfinger allerdings kämpfen müssen. „Da meine Konkurrenz ziemlich groß ist, wäre es toll, wenn ich in den Endkampf kommen könnte. Durch das, was ich aber in letzter Zeit trainiert habe, sollte es eigentlich klappen“, sagt Baranski.

Außerdem tritt Hammerwerfer Lars Böttinger bei den Winterwurf-Wettbewerben in den Ring. Er kann bei der männlichen U18 durchaus ein Wörtchen im Medaillenkampf mitreden. Im Speerwurf der U18 geht Nina Nawroth an den Start.

Zwei Sindelfinger Hoffnungsträger: Leonard Baranski (links) startet über 800 Meter und Velten Schneider nimmt im Glaspalast die 1500 Meter in Angriff. Bild: Drechsel