Leichtathletik: Paukenschlag von Constantin Preis

Was für ein Finale bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg. Mit einem Sturmlauf sicherte sich das 400-Meter-Hürden-Ass Constantin Preis in Bestzeit die Silbermedaille. Weniger später setzte Carolina Krafzik noch eins drauf. Sie gewann Bronze. Im letzten Wettbewerb lief die Sindelfinger 4×400 Meter-Staffel der Männer auf Rang zwei.

Ein Lauf, in dem fast alles zusammenpasste, zauberte Constantin Preis am Sonntag auf die Bahn des Max-Morlock-Stadions in Nürnberg. Der Langhürdler hatte sich schon im Saisonverlauf stark präsentiert und zeigte am Wochenende als Nachwuchsathlet bei den Aktiven sein Vizemeisterstück. Nach einem kleinen technischen Fehler an der ersten Hürde lag Preis bis 100 Meter vor dem Ziel auf Platz fünf. Dann spielte er seine Stärke aus, zeigte einen phänomenalen Schlussspurt und kämpfte sich bis auf den Silberrang nach vorne.

Nur Einer ist schneller

Nach 50,74 Sekunden warf sich der Sindelfinger ins Ziel. Nur Luke Campbell war schneller. Die restliche deutsche Spitze hatte Constantin Preis hinter sich gelassen. „Er hat alle Erwartungen übertroffen und seine Stärke herausragend gezeigt. Seine Bestleistung hat er nun um eine Sekunde übertroffen. Das ist Spitze“, freut sich Trainer Sebastian Marcard. Yannik Frers war schon im Vorlauf mit 53,52 Sekunden ausgeschieden.

Wenig später war es erneut eine Athletin im blau-weißen Trikot, die auf einen Medaillenplatz lief. Carolina Krafzik hat erst in diesem Jahr begonnen, richtig über die 400-Meter-Hürdenstrecke durchzustarten. In Nürnberg zeigte die Sindelfingerin, dass sie über die Langhürdenstrecke noch so einiges erreichen kann. Auch sie zeigte ein hervorragendes Rennen und lief mutig an. Bis zur achten Hürde befand sie sich auf gleicher Höhe mit der Konkurrenz. Dann strauchelte sie, fiel beinahe, konnte sich aber gerade noch so abfangen und kämpfte weiter. Belohnt wurde Krafzik mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 58,73 Sekunden und der Bronzemedaille.

Nadine Hildebrand hatte sich von ihrem Auftritt bei den nationalen Titelkämpfen mehr erhofft. Nach langer Verletzungspause schien es ihr zu gelingen, in letzter Sekunde auf den Zug zu den Heim-EM in Berlin aufzuspringen. Das Finale dürfte ein herber Rückschlag gewesen sein

In Weinheim knackte die Sindelfingerin die Norm für Berlin und unterbot mit ihren 12,98 Sekunden gleichzeitig die 13-Sekunden-Marke. Doch auch die Konkurrenz war nicht langsam unterwegs. Pamela Dutkiewicz, Cindy Roleder, Louisa Grauvogel und Ricarda Lobe konnten die Norm ebenfalls unterbieten. Schon seit einigen Jahren wird in solchen Fällen der direkte Vergleich bei deutschen Meisterschaften als Entscheidungsgrundlage verwendet. Hildebrand zeigte im Hürdenfinale zwar einen konstanten Lauf, doch das reichte in 13,17 Sekunden nur für Platz fünf. Der Traum vom Start bei der Heim-EM dürfte t ausgeträumt sein.

Aufgrund der schlechten Bedingungen verzichtete einer ganz auf den Start in Nürnberg: Stabhochspringer Florian Gaul. Auch der schnellste Sindelfinger Sprinter Deniz Almas musste auf den Start verzichten. Entsprechend ersatzgeschwächt war auch die Sindelfinger Sprintstaffel über die 4 x 100-Meter-Strecke. Dennoch liefen Carsten Theurer, Johannes Wiesner, Patrick Saile und Emanuel Stubican in schnellen 40,60 Sekunden auf Platz fünf. Die Frauenstaffel mit Nadine Hildebrand, Caroline Krafzik, Janina Dums und Sabrina Lindenmayer war mit 45,03 Sekunden schnell unterwegs und lief auf ebenfalls auf Rang fünf.

Das Wochenende beendete die Sindelfinger 4 x 400-Meter-Mannschaft mit einem Ausrufezeichen. Yannik Frers, Erik Franz, Jannic Krings und Konstantin Preis wurden in 3:12,07 Minuten überraschend Zweite. Die Bilanz aus Sindelfinger Sicht bei der deutschen Meisterschaft: Zwei Mal Silber, zwei Mal Bronze.

Quelle: SZ-BZ Online