Leichtathletik: Hildebrand muss passen

Am Wochenende geht es für die Leichtathleten des VfL Sindelfingen nach Sachsen. In der Leipzig Arena werden die deutschen Hallenmeisterschaften ausgetragen. In diesem Jahr stellen die Sprinter der Blau-Weißen die Mehrheit im Team.

Gleich fünf von ihnen treten im 60-Meter-Lauf der Männer an, zwei Hürdensprinterinnen gehen über die 60-Meter-Hürdenstrecke an den Start.

Mit Spannung wurde am Donnerstagabend die Entscheidung von Nadine Hildebrand erwartet. Ist die mehrmalige deutsche Meisterin rechtzeitig zu den deutschen Hallenmeisterschaften wieder fit, oder muss sie nach ihrer Verletzung im 60-Meter-Finale der Landesmeisterschaften die Hallensaison abschließen, ehe es nur ein Mal im Wettkampf über die Hürden ging?

Und es steht fest: Hildebrand wird nicht antreten. „Das Risiko ist einfach zu hoch“, sagt Trainer Werner Späth. „Über die ersten drei Hürden klappt es, aber danach kommen ja noch zwei weitere und der Spurt bis ins Ziel. Nadine spürt noch ein leichtes Ziehen in ihrem Oberschenkel, und das ist im Kopf drin. Da wird sie nicht voll durchziehen können“, begründete der Sindelfinger die Entscheidung, die am Donnerstagabend nach Trainingsende intensiv von Späth und Hildebrand diskutiert wurde. So muss die Hürdensprinterin nicht nur auf die deutschen Hallenmeisterschaften, sondern auch auf die Hallen-Europameisterschaften in Belgrad verzichten. „Sollte bei den Deutschen aber etwas passieren, steht viel mehr auf dem Spiel“, erinnert Späth und meint die Freiluftsaison, in Leichtathletikkreisen die deutlich wichtigere Jahreszeit.

Nach dem Ausfall von Kugelstoßer Tobias Dahm tritt am Wochenende folglich nur eine Sindelfinger Medaillenhoffnung an: Florian Gaul. Der Stabhochspringer belegt mit seiner Saisonbestleistung von 5,60 Metern derzeit Platz drei der deutschen Bestenliste. In Leipzig soll es aber deutlich höher hinaus gehen. „Ich habe 5,70 Meter und eine Medaille auf meiner Wunschliste“, sagt Gaul.

Mit Leo Lohre greift ein weiterer Athlet im Sindelfinger Dress zum Stab.

Im Kampf um Hundertstelsekunden durften sich in dieser Hallensaison mindestens vier Sindelfinger freuen. Die Norm für die Meisterschaften über die 60-Meter-Strecke liegt bei 6,95 Sekunden. Nicht mal einen Wimpernschlag langsamer und der Saisonhöhepunkt findet ohne den Sprinter statt. Gleich drei Sindelfingern gelang jedoch das Kunststück die Norm exakt zu erfüllen. Jan Schenk, Romed Guischard und John-Henry Tate stellten eine Saisonbestleistung von 6,95 Sekunden auf. Keelen Ishola war mit 6,94 Sekunden knapp schneller. Gemeinsam mit Deniz Almas fahren nun so viele VfL-Sprinter wie schon lange nicht mehr zu ihrem Einzel-Einsatz bei deutschen Meisterschaften. Das gemeinsame Ziel: eine neue Bestleistung zu laufen.

Bei den Frauen sieht es ähnlich aus. Im Hürdensprint sind auch ohne Nadine Hildebrand gleich zwei Sindelfingerinnen am Start. Sabrina Lindenmayer und Carolina Krafzik werden über die 60-Meter-Hürdenstrecke in den Startblock steigern. „Eine Saisonbestleistung ist das Ziel“, sagt Lindenmayer. Krafzik wird außerdem über die 200-Meter-Strecke antreten.

Mittelstreckenläuferin Anna Becker startet über die 1500 Meter. „Ich will an die 4:30 Minuten ranlaufen. Das wäre schnell für die Halle, und dann sind auch die Chancen aufs Finale recht gut“, sagt Becker.

Fehlt in Leipzig: Nadine Hildebrand vom VfL Sindelfingen. Bild: Drechsel

Quelle: SZ-BZ Online