Leichtathletik: Das nächste Ziel heißt Tokio 2020

Leichtathletik: Der Sindelfinger Hürdenläufer Constantin Preis bleibt bei den Weltmeisterschaften im Vorlauf hängen / Rhythmusprobleme nach der zweiten Hürde

Die Enttäuschung konnte Hürdenläufer Constantin Preis vom VfL Sindelfingen auch am Morgen nach seinem Debüt bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha/Katar nicht verbergen. Mit 50,93 Sekundenwar er Siebter seines Vorlaufs geworden, der damit für ihn zur Endstation wurde. „Vor allem mit der Zeit kann ich nicht zufrieden sein“, sagte der Deutsche Meister, der sich mit 49,23 Sekunden in einem überragenden Rennen in Zürich für diese WM qualifiziert hatte.

Preis hatte nach der zweiten Hürde Rhythmusprobleme, die ihn auf der Gegengeraden Geschwindigkeit und am Ende Zeit kostete. „Dann war das Rennen eigentlich schon gelaufen“, meinte der junge Athlet. Er habe im Hinterkopf vielleicht doch etwas Respekt gehabt. „Der Türke Capello, zwei Köpfe größer und muskelbepackt, zwei Bahnen neben mir, hat mich schon beeindruckt“, gesteht der 21-jährige Sindelfinger.

Keine Rolle hat für ihn die Hitze gespielt bei gefühlten 26 Grad im Khalifa-Stadion, während draußen das Thermometer 34 Grad angezeigt hatte. „Die Atmosphäre im Stadion war überraschend gut“, stellte Preis fest. Allein der gefühlt eiskalte Tunnel, durch den alle Athleten aus dem Callroom in den Innenraum müssen, hat ihm nicht so gefallen. Tatsächlich wird bei dieser WM eines zum Kennzeichen: der Marathon durch die durch die verschiedenen Klimakammern – zwischen Hotel, Bussen, Stadion gibt es ständig den Wechsel heiß-kalt.

„Hervorragende Saison“

Constantin Preis hatte im Trainingslager in Belek einen hervorragenden Eindruck hinterlassen und mit Bestwerten aufgewartet, wie sein Trainer Sebastian Marcard mit Videoaufnahmen belegen konnte. „Constantin hat eine hervorragende Saison hingelegt und wird aus Doha die entsprechenden Erfahrungen mitnehmen“, kommentierte Trainer Sebastian Marcard die Saison seines Schützlings und zeigt sich sehr optimistisch hinsichtlich der weiteren Leistungsentwicklung.

Das DM-Finale in Berlin war somit der Saison-Höhepunkt, und auch die WM-Qualifikation in Zürich war ein außergewöhnliches Ereignis für das Sindelfinger Gespann. Die Beiden verbindet mehr als eine Athlet-Trainer-Beziehung, Preis redet von einer Freundschaft und dass Marcard für ihn zum Lebensberater geworden sei. Und Marcard berichtet, dass der Läufer bei ihm zuhause in der Familie intergiert sei. Preis trainiert gelegentlich in Pliezhausen und wohnt dann bei der Familie Marcard unweit des Schönbuchstadions.

„Der VfL Sindelfingen ist ein sehr familiärer Verein“, sagt der junge Mann, der ursprünglich aus Moldawien nach Deutschland gekommen ist, das sei auch bei der Verabschiedung nach Doha zum Ausdruck gekommen.Bei 48,90 Sekunden steht die nächste Hürde für Preis. Das ist die Norm für die Olympischen Spiele in Tokio 2020. Da möchte er unbedingt hin. Und die Erfahrungen von Doha nutzen. Nach dem Rückflug am kommenden Mittwoch, 2. Oktober geht es zwei Tage später gleich weiter zu einem Urlaub-Trainingsaufenthalt nach Colorado (USA). Ein Hürdenläufer im Trab. VfL-Abteilungleiter Jürgen Kohler: „Wir sind sehr stolz auf Constantin und auf das, was er in seiner jungen Karriere bereits erreicht hat. Die Qualifikation und Berufung für Doha war ein Riesenerfolg. Die Erfahrungen auf dieser Ebene sind für ihn und seine weitere Laufbahn Gold wert.“

Im Sindelfinger Lager sieht man nun sehnsüchtig dem ersten Start von Carolina Krafzyk über 400 Meter Hürden am Dienstag entgegen. Trainer Werner Späth war nach den Trainingsleistungen optimistisch.

Bild: Constantin Preis (GER/VfL Sindelfingen) am 27.09.19 im Khalifa International Stadium in Doha, Qatar waehrend der IAAF World Athletics Championships. *** Local Caption *** 00241580 | Verwendung weltweit

Quelle: SZ/BZ-Online