Leichtathletik: Bestleistungen, Premieren und ein Abschied

Quelle: SZ-BZ Online

Neben den beiden Sindelfinger Medaillengewinnern Tobias Dahm und Nadine Hildebrand zeigten auch viele weitere VfL-Athleten gute Leistungen am Wochenende bei den deutschen Meisterschaften in Kassel.

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Den letzten Wettkampf seiner Karriere absolvierte Patrick Oehler bei den nationalen Titelkämpfen. Erstmals trat er über die 1500-Meter-Strecke an. Oehler startete mit großen Endlauf-Ambitionen in seinen

Vorlauf. Entsprechend schnell ging er den Wettkampf an. Oehler hielt sich lange in der Führungsriege, im Schlussspurt musste er einigen Konkurrenten den Vortritt lassen, doch für die Final-Qualifikation reichten Oehlers 3:46,80 Minuten allemal. Im Endlauf am Sonntag dann trugen Timo Benitz und Homiyu Tesfaye das Rennen um den Titel unter sich aus.

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Dahinter war Patrick Oehler in der Verfolgergruppe ebenfalls schnell unterwegs. Der Sindelfinger mischte vorne mit und schaffte es gut mitzuhalten. Eingangs der Kurve begann dann der Kampf um die Platzierungen. Im Schlussspurt musste Oehler kräftig auf die Zähne beißen. Als Siebter erreichte er schließlich das Ziel. Ein versöhnlicher Abschluss einer bewegten Wettkampfkarriere, Patrick Oehler hat es nicht nur zum wiederholten Mal unter die Top Acht geschafft, sondern auch noch seine Bestleistung deutlich unterboten. In Kassel war der Sindelfinger 3:43,83 Minuten schnell.

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Auf dem achten Platz im Stabhochsprungwettkampf der Frauen landete Martina Schultze. Sie startete mit einem guten Versuch über die 4,05 Meter in den Wettkampf. Auch die 4,20 Meter waren für Martina Schultze kein Problem, sie überquerte die Höhe im ersten Versuch. Drei Mal scheiterte die Sindelfingerin dann aber an den 4,30 Metern. Ihre letzten Versuche wurden vom Winde verweht, in kräftigen Böen fegte der Wind durchs Stadion und änderte ständig seine Richtung. Wenig später setzte über dem Kasseler Auestadion erneut Regen ein.

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Ein unglückliches Vorlauf-Aus gab es für Sabrina Lindenmayer. Im zweiten Vorlauf lief sie zwar auf Platz zwei, allerdings war die Sindelfingerin nur 14,01 Sekunden schnell und erzielte damit die neuntbeste Zeit. Nur acht Hürdensprinterinnen kommen in das Finale und weil Mehrkämpferin Carolin Schäfer auf ihren Endlauf-Platz verzichtete, hätte Lindenmayer eigentlich die Gelegenheit zu einer Finalteilnahme haben müssen. „Aus technischen Gründen war es aber anscheinend nicht möglich, mich nachrücken zu lassen“, erzählt Lindenmayer, die nach dem Aufwärmen wieder zurück auf die Tribüne geschickt wurde.

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Dasselbe Schicksal widerfuhr Simon Bayer. Der Kugelstoßer nahm an seinen ersten deutschen Freiluft-Meisterschaften der Aktiven teil und gehört noch der Juniorenklasse an. Bayer zeigte eine solide Leistung und wuchtete seine Kugel im zweiten Versuch auf 17,88 Meter. Der dritte Versuch war ein ungültiger, acht Zentimeter fehlten zum Einzug ins Finale der besten Acht. „Das war schade heute. Ich habe gar nicht richtig in den Wettkampf gefunden. Und bei mir sind meistens erst die letzten Stöße weit. Das hätte ich gerne im Finale gezeigt“, sagt Bayer.

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Unglücklich war Florian Gaul nach seinem Wettkampf. Der Stabhochspringer war mit großen Ambitionen gestartet und wollte seine Saisonbestleistung von 5,53 Metern angreifen. Im Auestadion scheiterte er aber drei Mal an den 5,35 Metern und musste früher als gewollt seine Tasche packen. Seine überquerten 5,15 Meter bedeuteten Platz sieben in der Gesamtwertung.

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Zwei Sindelfinger Staffeln waren am Wochenende am Start, beide schafften das Kunststück bei deutschen Meisterschaften eine neue Saisonbestleistung zu erzielen. Platz fünf gab es für Carsten Theurer, Romed Guischard, Deniz Almas und Johannes Wiesner. Das Quartett war 40,68 Sekunden schnell.

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Zum Abschluss der Meisterschaften drehte die 4×400-Meter-Staffel ihre Runden. Yannik Frers, Alexander Schif, Patrick Oehler und Luca Randazzo belegten Platz zwei in ihrem umkämpften Zeitendlauf. In der Endabrechnung wurden sie Siebte in 3:15,64 Minuten.

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Ihre ersten deutschen Meisterschaften erlebte Anna Karina Becker. Die Mittelstreckenläuferin hatte sich über die 1500-Meter-Strecke qualifiziert und eröffnete die Meisterschaften aus Sindelfinger Sicht am Samstagvormittag. Becker fing schnell an, musste dann aber die Führenden ziehen lassen. Becker lief in der Verfolgergruppe vorneweg und konnte sich auf den letzten dreihundert Metern deutlich abheben. Auf der Zielgeraden biss die Studentin die Zähne zusammen und gab noch einmal Gas. Belohnt wurde Becker mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 4:28,78 Minuten.

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Enttäuscht war Romed Guischard nach seinem 100-Meter-Lauf. Schon am Start hatte er Rückstand auf seine Konkurrenten, außerdem hatten die Läufer mit Gegenwind zu kämpfen. Dennoch holte Romed Guischard kräftig auf und lief als Vierter ins Ziel. 10,82 Sekunden wurden gestoppt.

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Auch Alexander Korn war bei den deutschen Meisterschaften am Start. Über die 800-Meter-Strecke hatte sich der Mittelstreckenläufer qualifiziert. Korn lief 1:53,51 Minuten schnell, schied aber bereits im Vorlauf aus. 400-Meter-Hürdenläufer Yannik Frers lief im ersten Vorlauf auf Platz sechs. Mit 53,60 Sekunden stellte er eine neue Saisonbestleistung auf und wurde Gesamt-Vierzehnter. Im Diskuswurfwettkampf der Männer trat Michael Salzer in den Ring. Er schleuderte den Diskus auf 56,35 Meter.

Sindelfingens Leichtathletik-Chef Markus Graßmann (Zweiter von links) mit den starken Männern Simon Bayer (links), Michael Salzer und Arthur Hoppe (rechts). Bild: Drechsel