Leichtatheltik: Großkampftag im Glaspalast

Leichtathletik: Über 600 Sportler kämpfen beim Sindelfinger Hallenmeeting um Weiten, Höhen und Zeiten / Kugelstoßer Dahm und Weitspringer Heinle verpassen vorerst EM-Norm

Der Höhepunkt der Hallensaison steigt Anfang März mit der Europameisterschaft im schottischen Glasgow. Zwei Spitzenathleten der deutschen Leichtathletik wollten schon jetzt die Norm dafür schaffen. Doch sowohl dem Sindelfinger Kugelstoßer Tobias Dahm als auch dem Stuttgarter Weitspringer Fabian Heinle gelang dieses Vorhaben im Glaspalast noch nicht.

In gut fünf Wochen möchte Tobias Dahm bei der Hallen-EM im schottischen Glasgow die deutschen Farben vertreten. Nach langer Verletzungspause kam das Stadtwerke- Hallenmeeting im Glaspalast für den Kugelstoßer vom VfL Sindelfingen daher gerade recht. 20,15 Meter beträgt die vom Deutschen Leichtathletik Verband (DLV) geforderte EM-Norm für Kugelstoßer. Eine Weite, die Tobias Dahm bei seinem souveränen Sieg der Kugelstoß-Konkurrenz nicht liefern konnte. Noch nicht. „Meine heutige Weite von 18,83 Meter ist zum jetzigen Zeitpunkt in Ordnung. Schließlich bin ich verletzungsbedingt erst seit Kurzem wieder im Training“, sagte der 31-jährige Lokalmatador nach dem Wettkampf. Im Hinblick auf die interne nationale Qualifikation für die Hallen-EM Anfang März in Glasgow gibt sich der Olympiateilnehmer von 2016 daher optimistisch. „Ich bin zuversichtlich, dass ich mich in den nächsten Wochen kontinuierlich steigern werde und die geforderte Weite von 20,15 Meter am Ende stoßen werde.“

Medaillenpläne bei der EM

Ganz ähnlich sieht die Planung bei Fabian Heinle aus. Auch der Weitspringer vom VfB Stuttgart verpasste die geforderte EM-Norm von 7,95 Meter beim Sindelfinger Hallenmeeting noch deutlich. Beim Sieg seines Karlsruher Konkurrenten Julian Howard (7,60 Meter) landete Heinles bester Versuch bei 7,45 Meter. „Der Wettkampf ist ziemlich in die Hose gegangen. Mit ein Grund dafür war sicherlich auch, dass aus Zeitgründen vor dem Sprungwettbewerb nur eine Anlaufkontrolle möglich war“, analysierte Heinle. Aber auch der gebürtige Böblinger bleibt in Sachen EM-Qualifikation positiv gestimmt. „Spätestens beim Meeting in Karlsruhe Anfang Februar will ich die Norm knacken“, kündigte Heinle an. Um dann bei der EM in Glasgow vorne mitspringen zu können, peilt Heinle dort eine Weite von über 8 Metern an. Auch DLV-Bundestrainer Tamas Kiss traut seinem Schützling bei der EM einiges zu. „Als Touristen fahren wir dort nicht hin. Wir wollen um die Medaillen mitkämpfen“, kündigte er an.

An der nötigen Absprunggeschwindigkeit dürfte es dabei kaum liegen. Bei einem seiner seltenen Ausflüge auf die 60-Meter-Bahn war am Ende nur einer schneller als der 24-Jährige. Den Sieg in dieser Disziplin sicherte sich mit Philipp Corucle Fabian Heinles Vereinskollege vom VfB Stuttgart. „Die Siegerzeit von 6,68 Sekunden kann sich sehen lassen“, zeigte sich der Cheforganisator des Hallenmeetings, Dieter Locher, angetan.

Gaul knapp geschlagen

Zufrieden war Locher auch mit der Stabhochsprung-Konkurrenz der Männer. Zwei Athleten übersprangen die 5,30 Meter. Dass sich Lokalmatador Florian Gaul dabei am Ende aufgrund der mehr benötigten Versuche mit dem zweiten Platz hinter Malte Mohr begnügen musste, störte den Sindelfinger Leichtathletik-Funktionär dabei wenig. „Es geht hier ja nicht um einen Titel“, lautete Lochers Begründung für die entspannte Haltung.

Bei den Damen musste Locher zu seinem Leidwesen den Startverzicht der deutschen Mittel- und Langstreckenhoffnung Alina Reh hinnehmen. „Sie ist derzeit im Trainingslager und hat sich dann entschieden, nicht bei uns anzutreten. Das ist in der Leichtathletik gang und gäbe. Bei 650 möglichen Teilnehmern ist klar, dass am Ende nicht jeder kommt“, so Locher.

Nach Sindelfingen gekommen ist dagegen die Mannheimer Sprinterin Lisa Nippgen. Und der Besuch hat sich aus ihrer Sicht gelohnt. Neben ihrem Triumph über die 60 Meter in einer starken Zeit von 7,39 Sekunden war sie auch über die 200 Meter in 23,73 die mit Abstand Schnellste.

Dafür, dass im Glaspalast jeder wusste, wer wo springt, läuft oder stößt sorgten indes auch in diesem Jahr die drei Hallensprecher Ottmar „Otti“ Wahler, Günther Springer und Gerhard Dengler. „Es ist schon immer ein ordentliches Gewusel, aber mit unserer jahrelanger Erfahrung behalten wir irgendwie den Überblick“, sind sich die drei in der Sprecherkabine einig.

Info

Alle Ergebnisse der Aktiven und Junioren beim Sindelfinger Hallenmeeting gibt es im Internet unter www.ladv.de..

 

Bild: Verpasste beim Sindelfinger Hallenmeeting vorerst die EM-Norm: Statt der geforderten 20,15 Meter musste sich VfL-Kugelstoßer Tobias Dahm mit einer Siegerweite von 18,83 Meter zufriedengeben.

Quelle: SZBZ Online