Judo: Kim Ruf ärgert den Favoriten

Judo: Der VfL Sindelfingen verliert beim übermächtigen KSV Esslingen mit 1:13 Punkten

Mit einem Sieg der VfL-Kämpfer gegen die mit ehemaligen Welt- und Europameistern bestückte Truppe des KSV Esslingen am Samstag in Esslingen hatte im Sindelfinger Judo-Lager sicherlich niemand gerechnet. Die dort am letzten Kampftag der ersten Judo-Bundesliga Süd erlittene 1:13-Niederlage ist dem Ergebnis nach zwar überdeutlich, spiegelt aber nicht die Stärke und das Aufbäumen des Tabellenletzten Sindelfingen gegen den Top-Favoriten Esslingen wider.

Die Begegnung gegen den Favoriten Esslingen begann im Schwergewicht. Esslingen hatte gegen den Sindelfinger Jan Weber den zweiten der olympischen Spiele von London und mehrfachen Vizeweltmeister Dimitri Peters aufgeboten. Nach 44 Sekunden kam dann mit einem Innenschenkelwurf des Esslingers das Aus für Weber. In der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm standen sich dann der für Esslinger startende Sindelfinger Renè Schneider und der VfL-Kämpfer Linus Harsch gegenüber der nach zweieinhalb Minuten in einem Würgegriff seines Vereinskameraden aufgeben musste.

In der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm musste VfL-Kämpfer Philipp Haug gegen den Olympiafünften von Rio de Janeiro, Avtandi Tschrikishvili antreten. Zwei große Wertungen des Georgiers in Esslingens Diensten beendeten den Kampf vorzeitig. Und als auch die Begegnung der 81-Kilogramm-Klasse für die Sindelfinger verloren ging, stand es bereits 4:0 für den Gastgeber Esslingen. Zum zweiten „vereinsinternen“ Duell dieses Bundesligakampfes kam es in der Begegnung zwischen dem Sindelfinger Fabian Hässner (für Esslingen am Start) und Fabian Staber. Eine Begegnung, die Hässner nach zweieinhalb Minuten mit einem Innenschenkelwurf für sich entschied. Kim Ruf (bis 66 Kilogramm) traf anschließend auf den Esslinger Steffen Hoffmann, konnte zwar nicht seine Niederlage verhindern, trotzte dem Esslinger aber immerhin die gesamte Kampfzeit ab. Zum Ende des ersten Durchganges verlor VfL-Kämpfer Jakob Seybold gegen den Esslinger Andrè Breitbarth. Zwischenstand 7:0 für den Gastgeber.

Zu Beginn des zweiten Durchganges hatte VfL-Kämpfer Jakob Seybold die undankbare Aufgabe gegen den zweifachen Vizeweltmeister Dimitri Peters antreten zu müssen. Dieses treffen endete nach knapp zwei Minuten mit dem vorzeitigen Sieg von Peters. In der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm hatte Yves Behr (sieben Kilo leichter als sein Kontrahent) gegen den Esslinger Boris Trupka mit einem Schulterwurf bereits eine große Wertung erzielt, als es dem Esslinger gelang mit einer großen Wertung für Schulterwurf zu egalisieren und anschließend mit derselben Technik, die mit einer großen Wertung belohnt wurde, den vorzeitigen Sieg über den Sindelfinger zu erzielen. Andi Finkbeiner (bis 90 Kilogramm) hielt gegen den Esslinger Maximilian Schubert bis zum Ende der Kampfzeit zwar tapfer mit, konnte aber einem Fußwurf seines Gegners nicht ausweichen und verlor. Benjamin Hofäcker fiel anschließend einem Innenschenkelwurf des Esslingers Soshin Katsumi zum Opfer. Dann die Neuauflage aus dem ersten Durchgang: Kim Ruf (VfL) gegen Steffen Hoffmann (Esslingen). Hatte Ruf seinen Kampf gegen Hoffmann im ersten Durchgang knapp verloren, so wendete sich diesmal das Blatt: Mit einer großen Wertung für einen Schulterwurf ging der Sindelfinger in Führung und verteidigte sie bis zum vom VfL-Anhang vielumjubelten Kampfesende. Der erste Kampfpunkt für den VfL war gesichert. Aber es sollte der einzige bleiben. Thilo Assman fand trotz beherztem und aggressivem Kampfstil kein Mittel gegen den georgischen Olympiafünften Tchrikishvili und verlor nach eineinhalb Minuten Kampfzeit. Endstand zum Saisonschluss damit 13:1 für Gastgeber KSV Esslingen der am 19. Oktober in der KSV-Arena das Bundesliga-Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft ausrichten wird.

Quelle: SZ/BZ-Online