Judo: Es regnet Gold und Silber

Wenn das kein Erfolg für die Junioren-Judoka des VfL Sindelfingen ist: Mit vier Kämpfern und einer Kämpferin war Trainer Thomas Schwichalla nach Pforzheim zu den baden-württembergischen U21-Judo-Meisterschaften gefahren und mit einer Gold- und drei Silbermedaillen kam die Sindelfinger Truppe wieder ins heimische Dojo zurück.

Erfolgreichster Sindelfinger war Dejan Vujaklija, der in Pool A mit einem Freilos in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm begann und dann den Heitersheimer Paul Neumaier mit einem blitzsauberen Innensichelwurf fällte. Mit derselben Technik sicherte sich der Sindelfinger auch in der nächsten Begegnung – mit dem Nürtinger Max Kirchmaier – den Sieg. Damit stand der VfL-Kämpfer bereits im Finale. In Pool B hatte sich Kai Schmidt gut behauptet.

Der Sindelfinger kann als Doppelstarter altersmäßig sowohl in der Altersklasse U18 als auch U21 starten. Dieser Start in der Juniorenklasse verlief vielversprechend: Schmidt räumte nach einem Freilos den Lokalmathador, den Pforzheimer Goda Balazs, mit einem Haltegriff aus dem Weg, nahm anschließend den Heubacher Clemens Bernhard ebenfalls in einen Haltegriff und stand so im Finale seinem Vereinskameraden Dejan Vujaklija gegenüber. Im Kampf um Gold hatte sich Kai Schmidt immer wieder der Aushebe-Versuche seines Gegners zu erwehren, lief dann aber in einen Konterwurf.

Kais Schwester Bianca Schmidt hatte in ihrem Pool wenig Mühe, mit ihren Gegnerinnen fertig zu werden. Zunächst nahm sie die Eppelheimerin Sarah Krauß in einen Haltegriff und siegte vorzeitig. Anschließend besiegte sie die Tübingerin Thea Terne mit derselben Technik und zog so als Pool-Siegerin in die Finalrunde ein. Dort wurde es für die Sindelfingerin gegen die Karlsruherin Jule Horn anstrengend. Es ging in die Verlängerung. Und dort dauerte es abermals acht Minuten, bis es die VfL-Kämpferin schaffte, ihre Gegnerin in einen Haltegriff zu nehmen.

Von diesen kräftezehrenden 12 Kampfminuten – der dreifachen normalen Kampfzeit – ziemlich erschöpft, stand die Sindelfingerin im Finale ihrer Gegnerin aus dem Pool, der Eppelheimerin Sarah Krauß, gegenüber. Diese profitierte sicherlich auch davon, dass Bianca Schmidt noch mit den Nachwehen des strapaziösen Halbfinales zu kämpfen hatte. Die Sindelfingerin wurde zunächst geworfen und unterlag im anschließenden Haltegriff ihrer Gegnerin. Nach dem Kampf gab es Trost von Bruder Kai, der in seinem Finale ebenfalls unterlegen war. Beide sind – wie auch die übrigen Madaillengewinner – für die Süddeutschen qualifiziert. Pech hatte Sindelfingens 90-Kilogramm-Kämpfer Vladislav Bashtakov: Er verletzte sich zu Beginn der Titelkämpfe und konnte nicht mehr weiterkämpfen.

Kim Ruf, der zwar vereinsmäßig nach Ulm gehört, aber beim VfL sein Bundesfreiwilligenjahr absolviert, im VfL-Bundesliga-Team kämpft und im Dojo am Glaspalast auch als Trainer fungiert, holte sich in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm ebenfalls die Silbermedaille.

Sie trösten sich nach ihren verlorenen Finals gegenseitig: die Geschwister Kai und Bianca Schmidt. Bild: Vilz

Quelle: SZ-BZ Online