Handball: “Wir sind unser eigener größter Gegner”

Handball — Landesliga, Frauen: HSG Böblingen/Sindelfingen — HSG Baar 30:15 (13:8)

Klare Sache im Gipfeltreffen: Mit einem 30:15-Kantersieg gegen die HSG Baar haben die Handballerinnen der HSG Böblingen/Sindelfingen ihre Ausnahmestellung in der Landesliga einmal mehr untermauert. Überragende Akteurin vor 200 Zuschauern in der Böblinger Murkenbachhalle war „BöSis“-Torhüterin Steffi Dieterle.

Insgeheim hatten es die Fans der HSG Böblingen/Sindelfingen gehofft, dass es endlich mal ein Duell auf Augenhöhe geben könnte und so etwas wie Spannung aufkommen könnte. Immerhin kam die HSG Baar mit der Empfehlung von bislang makellosen 10:0 Punkten in die Böblinger Murkenbachhalle, so dass auch Conny Dorschner im Vorfeld eine „enge Kiste“ erwartete.

Was die „BöSis“-Trainerin und auch die knapp 200 Zuschauer dann aber zu sehen bekamen, war eine Machtdemonstration der Gastgeberinnen, die mit dem 30:15-Kantersieg ihre Bilanz nicht nur auf 14:0 Zähler verbesserten, sondern gleichzeitig auch ein deutliches Zeichen an die weitere Konkurrenz hinausschickten. Conny Dorschner fasste das Geschehen nach Spielende treffend zusammen: „Im Grunde sind wir in dieser Saison unser eigener größter Gegner.“ Das wiederum will sie nicht despektierlich gegenüber den Gegnerinnen verstanden wissen, aber die Zahlen sprechen nun mal Bände.

So führt die HSG Böblingen/Sindelfingen nicht nur das Klassement an, sondern stellt darüber hinaus sowohl die beste Abwehr als auch den besten Angriff der Landesliga. Gegen Baar brauchten die Gastgeberinnen zehn Minuten Anlaufzeit, ehe sie binnen vier Minuten aus einem 1:3-Rückstand eine 5:3-Führung machten. Conny Dorschner gefiel der Auftritt ihrer Mannschaft noch nicht: „Wir haben uns nicht bewegt und hektisch den Abschluss gesucht, das war gar nicht nötig.“ Schon in dieser frühen Phase durfte sich die „BöSis“-Trainerin aber auf Steffi Dieterle verlassen, die einmal mehr zum großen Rückhalt avancierte. Mit ihren Paraden – darunter zwei gehaltene Siebenmeter – legte sie die Basis für die 13:8-Pausenführung. Erst nach Wiederanpfiff und einer klaren Pausenansprache ihrer Trainerin legten dann auch die Feldspielerinnen der HSG Böblingen/Sindelfingen eine Schippe drauf. Fortan sahen die Gäste nur noch die Hacken von Zana Turkalj, Anja Weinhardt und Co. und hatten die Partie in der 45. Minute und 11:21-Rückstand bereits verloren. Die Gastgeberinnen dachten aber auch in der Schlussviertelstunde nicht dran, vom Gas zu gehen, erhöhten in dieser Phase gar die Schlagzahl, brachten sich aber durch unsaubere Abschlüsse selbst um einen noch klareren Sieg. Conny Dorschner war das nach dem Schlusspfiff nur eine kleine Erwähnung wert. „Alle meine Spielerinnen konnten sich zeigen“, war die „BöSis“-Trainer sehr zufrieden mit dem Auftritt ihres Teams. „Auch heute hat man wieder deutlich gesehen, dass uns über 60 Minuten kein Gegner in dieser Liga das Wasser reichen kann.“

HSG Böblingen/Sindelfingen: Steffi Dieterle, Schroth (beide im Tor); Steinlein, Turkalj (8 Tore/davon 6 Siebenmeter), Hille (1), Knoll (1), Köberling (2), Leibfried (1), Kron (1), Kayser (2), Andrea Dieterle (2), Steegmüller (4), Weinhardt (6), Maurer (2)

Quelle: SZ/BZ-Online