Handball: Weltmeisterlich von Anfang bis Ende

Handball: Ingrid Hornikel hat zwar ihren Rückzug als Thekenchefin vollzogen, stand beim Deutschland-Cup in der Sindelfinger Sommerhofenhalle aber wieder mittendrin

Vor zwei Wochen, beim Heimspiel gegen den SV Leonberg/Eltingen, wurde Ingrid Hornikel nach 15 Jahren als Chefin des Bewirtschaftungsdienstes in der Sommerhofenhalle von der HSG Böblingen/Sindelfingen verabschiedet. Ganz lassen vom Handball kann die 64-Jährige aber nicht. Beim Deutschland-Cup der B-Juniorinnen ist sie wieder voll im Einsatz.

Der Kampf der Bundesländer um die Krone in dieser Altersklasse bedeutete für die Helfer der HSG Böblingen/Sindelfingen Großkampftag. Während die Gefolgsleute der SV Böblingen in der Murkenbachhalle zugange waren, kümmerte sich der VfL-Tross in der heimischen Sommerhofenhalle um den reibungslosen Ablauf. Ganz vorne dabei die immer gut gelaunte Ingrid Hornikel. Die langjährige Thekenchefin der Sommerhofenhalle wurde zwar vor zwei Wochen feierlich aus ihrem Amt verabschiedet, war jedoch prompt wieder voll im Einsatz. „Für solche Einsätze bin ich immer noch zu haben“, erklärt Ingrid Hornikel, macht aber klar, dass sie froh ist, die Chefrolle bei den Heimspielen abgegeben zu haben. „Es wurde auch Zeit, dass Jüngere übernehmen.“

Bereits vor zwei Jahren hatte die 64-Jährige ihren Abschied angekündigt, die Bewirtung aber aufgrund fehlender Nachfolger weiterhin federführend gemanagt. „Jetzt hat es endlich geklappt“, so Ingrid Hornikel, die lange Jahre als Technische Leiterin dem HSG-Vorstand angehörte. Henri Welker, Matthias Speidel, Tobias Pirschke und HSG-Abteilungsleiter Fabian Pirschke übernehmen die Aufgabe. Hallensprecher Michael Eppard witzelte bei der Verabschiedung: „Vier gestandene Mannsbilder werden versuchen, die Lücke zu schließen, die Ingrid hinterlässt.“

Aber genau dieses Quartett hat Ingrid Hornikel den Absprung leicht gemacht. „Als wir noch bei den C-Junioren gespielt haben, haben wir erstmals hier mitgeholfen“, erinnert sich Henri Welker und fügt schmunzelnd hinzu: „Ingrid kennt uns damit schon, als wir noch laufende Meter waren. Wir werden Ingrids Arbeit fortführen, auch wenn wir an kleinen Stellschrauben drehen werden und ein paar Sachen optimieren wollen.“ Genau das erwartet Ingrid Hornikel auch von ihren „Erben“. „Die Jungs sollen ruhig ihre eigene Note mit reinbringen, weil man selbst nach so vielen Jahren in manchen Bereichen auch betriebsblind ist.“

Tür soll offen bleiben

Beim Deutschland-Cup kommt die Erfahrung von Ingrid Hornikel der neuen Garde aber sehr gelegen. Und diese Tür soll auch offen bleiben. „Ingrid wird in unserem Team immer willkommen sein“, sagt Welker und trifft damit auf offene Ohren. „Wenn Not am Mann ist, werde ich ganz sicher aushelfen“, stellt die 64-Jährige ihre Unterstützung in Aussicht. Ansonsten will sie die Freizeit vor allem zum Reisen nutzen.

Deshalb trafen die Abschiedsgeschenke der Abteilung genau ins Schwarze. Nebst Blumen gab es einen Reisegutschein und einen hochwertigen Koffer. Letzterer kommt bereits nächste Woche zum ersten Mal zum Einsatz. Mit Ehemann Heinz Hornikel, Manfred Stock und Andrea Petri fährt eine Delegation der VfL-Handballabteilung privat zur Herren-WM nach München. „Ich freue mich riesig darauf“, so Ingrid Hornikel. „Auch wenn ich die deutsche Nationalmannschaft nicht sehen werde, da diese in Berlin ihre Vorrundenspiele austrägt.“

Mit der WM in Deutschland und Dänemark schließt sich für Ingrid Hornikel ein Kreis. Bei der Heim-WM der Frauen 1997 war sie im Sindelfinger Glaspalast erstmals als Helferin im Einsatz. „Die spätere VfL-Präsidentin Anette Bronder war damals die Organisationschefin“, erinnert sich Hornikel, die es ihrerseits bis zur Oberligaspielerin gebracht hat. „Das waren richtig tolle Tage im Glaspalast. Wir haben uns um die Bewirtung bei allen Spielen der Vorrundengruppe gekümmert. Das ist bis heute ein Highlight meiner Helferkarriere.“

SZ/BZ-Mitarbeiter Edip Zvizdiç ist seit vielen Jahren schon Berichterstatter aus der Sindelfinger Sommerhofenhalle und kennt Ingrid Hornikel und ihr Team bestens.

Quelle: SZ/BZ-Online