Handball: Rote Laterne leuchtet auch am 1. Advent

Handball – Württemberg-Liga: TV 1893 Neuhausen/Erms – HSG Böblingen/Sindelfingen 28:24

Auch mit neuem Trainer auf der Kommandobrücke setzte es für die HSG Böblingen/Sindelfingen die nächste Niederlage. Beim TV Neuhausen/Erms musste sich das Team von Ingo Krämer mit 24:28 geschlagen geben und ist weiterhin Tabellenletzter in der Württemberg-Liga.

Trotz der neunten Saisonniederlage herrscht aber augenscheinlich Aufbruchstimmung bei der HSG Böblingen/Sindelfingen. Ingo Krämer, unter Vorgänger Harry Sommer noch spielender Co-Trainer, hatte seine Schützlinge in der Partie beim TV Neuhausen/Erms derart gut eingestellt, dass diese zwar noch nicht die große handballerische Klasse versprühen konnten, aber zumindest vom Anpfiff weg um jeden einzelnen Ball kämpften. „Da war so viel Feuer drin, die Jungs waren bis in die Haarspitzen motiviert“, war Ingo Krämer begeistert vom Auftritt seiner Mannschaft.

Mutiger Auftritt

Schnell lag die HSG mit 3:1 (7. Minute) vorne, fand sich aber auch genauso schnell mit 4:6 (12. Minute) in Rückstand wieder. Was aber in den vergangenen Wochen ausgereicht hätte, um kollektiven Zweifel im „BöSis“-Lager auszulösen, stellte sich dieses Mal nicht ein. Im Gegenteil. Die Gäste spielten mutig weiter und konnten vor allem aus dem Rückraum heraus immer wieder Nadelstiche setzen. Dominic Horsch und Urs Bonhage warfen die HSG mit 10:8 (24. Minute) in Führung, die auch noch bei der Pausensirene Bestand hatte. Lukas Degel erzielte per Siebenmeter den 13:12-Pausenvorsprung. Ingo Krämer war trotz Führung nur bedingt zufrieden: „Wir haben einige Freie vergeben, hätten auch höher führen können.“

Allerdings unterschlug der HSG-Trainer auch nicht, dass auch sein Torhüter Edis Camovic etliche Paraden aufzuweisen hatte und maßgeblich am Pausenvorsprung beteiligt war. „Edis hat wahnsinnig gut gehalten“, gab es Lob von Ingo Krämer. Das Duell beim Tabellensechsten blieb auch nach dem Seitenwechsel spannend. Bis zum 20:19-Anschlusstreffer von Frederik Todt (45.) konnte sich keines der beiden Teams absetzen. Dann aber gewannen die Hausherren kurzzeitig Oberhand und lagen in der 47. Minute mit 22:19 vorne. Ingo Krämer reagierte sofort, bat seine Mannen zur Auszeit und brachte Sven Rinderknecht für Edis Camovic ins Spiel.

Die Wirkung blieb aber zunächst aus, denn Neuhausen legte noch weitere drei Treffer nach und lag nach 50. Minuten mit 25:19 in Führung. Jetzt aber konnten sich der mitgereiste HSG-Anhang davon überzeugen, dass in der Mannschaft ein neuer Geist Einzug gehalten hat. Nicholas Raff, Rupert Wieja, Frederik Todt und Dominic Horsch verkürzten bis zur 55. Minute auf 23:25 aus Sicht der Gäste. Ein Fehlwurf sowie ein technischer Fehler führten danach aber zu zwei einfachen Toren der Neuhausener, die mit dem 27:23 drei Minuten vor dem Ende die Partie gewonnen hatten. Am Ende fiel der Sieg mit 28:24 deutlicher aus als es dem Spielverlauf entsprach.

Die Höhe der Niederlage war für Ingo Krämer aber uninteressant. „Es ist lange her, dass wir so kurz vor dem Ende eines Spiels noch eine reelle Siegchance hatten“, konstatierte der HSG-Trainer. „Das war ein deutliches Lebenszeichen nach den schwachen Auftritten zuletzt. Darauf können wir definitiv aufbauen.“ Mit seinem Cheftrainerdebüt war Ingo Krämer insgesamt zufrieden: „Ehrlich gesagt, war ich vor dem Spiel nervös. Aber vom Coaching her hat das ganz gut geklappt. Natürlich sind wir alle enttäuscht, dass wir erneut verloren haben. Aber in unserer WhatsApp-Gruppe hat sich bereits tags darauf Zuversicht breit gemacht. Alle sind guter Dinge, dass wir es gemeinsam aus dem Tabellenkeller schaffen werden.“

HSG Böblingen/Sindelfingen: Rinderknecht, Camovic (beide im Tor); Petri, Trunk (1 Tor), Richter, Horsch (6), Spitzl (1), Degel (6/davon 5 Siebenmeter), Bonhage (4), Raff (1), Todt (2), Kohler, Frommer (1), Wieja (2)

Bild: Marc Petri und die HSG Böblingen/Sindelfingen zogen beim TV Neuhausen/Erms mit 24:28 Toren den Kürzeren. Bild: photostampe/A

Quelle: SZ/BZ-Online