Handball: Mit Spitzenteam auf Augenhöhe

Quelle: SZ-BZ Online

Die Landesliga-Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen haben dem Tabellenzweiten, der Spvgg Mössingen, ein 27:27-Remis abgetrotzt. Bei etwas mehr Cleverness wäre sogar ein Erfolg möglich gewesen.

„Hut ab für diese couragierte Leistung. Die Jungs hätten sich den Sieg verdient gehabt. Gegen diesen starken Gegner unentschieden zu spielen, ist aber auch aller Ehren wert“, sagte ein zufriedener Klaus Wanner, Trainer der HSG Böblingen/Sindelfingen.

Die Gastgeber legten in der Partie gegen den Tabellenzweiten aus Mössingen in der Böblinger Murkenbachhalle ihr Augenmerk auf eine kompakte 6:0-Abwehr. Jeder machte den einen Schritt mehr, der nötig ist, und dies sollte sich auszahlen. So lag die Wanner-Sieben nach 20 Minuten mit 10:6 vorne. „Das Verschieben in der Abwehr zur torgefährlichen Seite hin, hat sehr gut funktioniert. Wir haben durch unsere konzentrierte Abwehrleistung die Mössinger Rückraumspieler zu Fehlern gezwungen“, so Klaus Wanner. Aus einer geordneten Defensive heraus trugen die HSG-Spieler ihre Angriffe in der 1. und 2. Welle nach vorne und kamen so zu einfachen Torerfolgen. In der 25. Minute erhöhte Urs Bonhage auf 12:7. Bei den Gästen war noch reichlich Sand im Getriebe, dies lag aber auch an einer bärenstarken Heimmannschaft. Bis zur Halbzeitpause konnten die Mössinger zumindest auf 11:13 verkürzen. „Ich habe meinen Spielern in der Kabine gesagt, wenn sie weiter so kompakt in der Defensive stehen, dann werden die Mössinger nervös und machen Fehler“, sagte Klaus Wanner.

Auch im zweiten Durchgang ließen die Spieler der HSG Böblingen/Sindelfingen nicht nach und waren weiterhin auf dem richtigen Weg. In der 40. Minute markierte der agile Frederik Todt den Treffer zur 20:16-Führung. Man merkte den Gästen an, dass sie sich keinen Ausrutscher im Aufstiegsrennen erlauben wollten. So kam der Gästeexpress auch nach 40 Minuten noch nicht richtig ins Rollen. In der 57. Minute war die Hoffnung bei den Hausherren groß, etwas Zählbares mitzunehmen, schließlich netzte Nicholas Raff zum 25:22 ein. Einige fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen gegen die Gastgeber auf der einen Seite und teils auch mangelnde Cleverness führten dazu, dass die Mössinger wieder Lunte rochen. 25 Sekunden vor Spielende erzielte Frederik Todt den Treffer zum 27:26. Die Mössinger bekamen kurz vor Spielende einen Freiwurf zugesprochen. Mössingens Maxim Cahn zog ab, der Ball wurde abgefälscht und trudelte an HSG-Torhüter Kevin Gsell vorbei ins Tor zum 27:27-Endstand.

„Es ist natürlich bitter, wenn man mit dem Schlusspfiff ein solch blödes Gegentor bekommt. Wir hatten die Mössinger am Rande einer Niederlage. Die Zuschauer haben wirklich ein sehr gutes Landesliga-Spiel gesehen“, so Klaus Wanner.

HSG Böblingen/Sindelfingen: Gsell, Meyer, Trunk (5 Tore), Root, Schenker (3), Martinewsky, Kuppinger (4), Bonhage (4), Raff (2), Todt (7/2 Siebenmeter), Blume, Schwab (2)

Der bittere Moment des Ausgleichstreffers in der letzten Sekunde. HSG-Torhüter Kevin Gsell kommt nicht mehr an den Ball. Bild: Photo 5