Handball: Harry Sommer führt Einzelgespräche

Handball — Württemberg-Liga: Die HSG Böblingen/Sindelfingen gastiert beim VfL Waiblingen

Es steht nicht gut um die Württemberg-Liga-Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen, und dennoch ist Harry Sommer die Ruhe selbst. Der HSG-Trainer hatte zu Saisonbeginn aufgrund von Verletzungen einiger Stammkräfte durchaus mit Problemen gerechnet und sieht seine Mannschaft im Auswärtsspiel beim VfL Waiblingen – Anpfiff heute Abend um 20.30 Uhr – in der Außenseiterrolle.

Sehr ernüchternd verlief der jüngste Auftritt der HSG Böblingen/Sindelfingen. Im Heimspiel gegen die SG Schozach/Bottwartal wirkte die HSG über weite Strecken wie eine Jugendtruppe, die von einer Erwachsenenmannschaft nach allen Regeln der Handballkunst auseinandergenommen wurde. Am Ende des Abends prangte dann auch eine in dieser Höhe verdiente 23:37-Abfuhr auf der Anzeigetafel der Böblinger Murkenbachhalle.

In Folge dieser Niederlage, nach der die HSG auf den vorletzten Tabellenplatz der Württemberg-Liga abrutschte, sah sich Harry Sommer in der Pflicht, psychologische Aufbauarbeit zu betreiben. „Ich habe viele Einzelgespräche geführt“, bestätigte der Coach. Die sollen im heutigen Auswärtsspiel beim VfL Waiblingen wieder zur Stärkung des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten beitragen. „Es ist ja nicht so, dass die Jungs plötzlich verlernt haben Handball zu spielen“, weiß Harry Sommer, „aber ich will Bereitschaft erkennen, dass sie sich gegen eine drohende Niederlage auch wehren wollen.“

Der HSG-Trainer ist sich aber ebenfalls bewusst, dass das leichter gesagt als getan ist. „Gegen Schozach haben uns Mut und vor allem auch Disziplin gefehlt. Da war nur wenig Durchdachtes dabei.“ Seine Spieler dürften sich bei all der angebrachten Kritik aber nicht in Frage stellen, im Gegenteil. Jeder Gegner habe Schwächen, „nur müssen wir eben auch unseren Part erfüllen, falls uns der Kontrahent etwas anbieten sollte.“ Chancenlos sieht Harry Sommer sein Team nämlich auch heute Abend in der Waiblinger Rundsporthalle nicht. Auch weil der VfL bislang gegen die vermeintlich kleineren Mannschaften Federn gelassen hat. „Vielleicht unterschätzen sie uns ja auch, dann müssen wir aber zur Stelle sein. Dann könnten wir Zählbares mit nach Hause nehmen.“ Dass das ein schweres Unterfangen ist, weiß Harry Sommer. Nicht nur weil sein Team mit einer „deftigen Klatsche im Rücken“ in Waiblingen antritt. Auch personell geht die HSG am Stock. Zu den verletzten Edis Camovic, Stefan Trunk, Markus Schwab und Frederik Todt gesellen sich die beiden grippekranken Urs Bonhage und Rupert Wieja. Zumindest besteht bei Dominic Horsch etwas Hoffnung, dass er nach vier Wochen Verletzungspause wieder eingreifen kann. „Das wäre ganz wichtig“, so Harry Sommer.

Nicht nur dadurch stuft der HSG-Trainer sein Team heute Abend als klaren Außenseiter ein – was ihm aber gar nicht so unrecht ist. „Das nimmt den Druck von meinen Jungs. Sie sollen sich keinen Kopf machen, auch dann nicht, wenn es schwächere Phasen geben sollte.“ Gegen Schozach/Bottwartal war die zweite passive Spielsequenz schon vorentscheidend. „Ruckzuck war der Teamgeist weg und jeder hatte nur noch mit sich selbst zu kämpfen.“ Deshalb appelliert Harry Sommer an seine Spieler, geschlossen aufzutreten, sich nicht von frühen Fehlern aus der Bahn werfen zu lassen und entschlossen zur Sache zu gehen. „Wenn es uns darüber hinaus gelingen sollte, das Tempospiel der Waiblinger zu unterbinden, ist durchaus was drin.“

Quelle: SZBZ-Online