Handball: „Freddy war unser bester Mann“

Über weite Strecken schwer getan haben sich die Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen in der Partie gegen den Abstiegskandidaten Spvgg Mössingen, am Ende aber dennoch sicher gewonnen. Durch den 29:25-Sieg behauptete die Mannschaft von Volker Blumenschein die Tabellenspitze in der Landesliga.

Nach Niederlagen kann man als Tabellenführer schon einmal ins Grübeln kommen. Zumal man Rückschläge aufgrund der Spitzenposition auch nicht gewohnt ist. So erging es am Samstagabend der HSG Böblingen/Sindelfingen, die nach der 29:34-Niederlage in der Vorwoche in Ostfildern in der Böblinger Murkenbachhalle die Spvgg Mössingen empfing.

Im Vorfeld der Partie gegen den Abstiegskandidaten klar favorisiert, tat sich das Team von Volker Blumenschein von Beginn an schwer. Die Gäste erwischten nämlich den deutlich besseren Start und lagen durchweg in Führung.

Volker Blumenschein versuchte früh zu justieren, am Auftreten seiner Mannschaft änderte sich zunächst aber nichts. „Den Willen will ich meinen Jungs gar nicht absprechen, aber irgendwie hat die Leichtigkeit gefehlt“, erkannte der HSG-Trainer bereits früh. Vor allem in der Abwehr, in der Markus Schwab schmerzlich vermisst wurde, offenbarte Böblingen/Sindelfingen mit den forsch agierenden Mössingern so einige Probleme. „Das war in der Defensive kein komplexer Verbund. Es gab keine Hilfe für den Nebenmann, sodass auch Daniel Meyer im Tor nichts ausrichten konnte.“

Als Simon Schleich in der 17. Minute auf 9:6 für die Gäste stellte, hatte Volker Blumenschein genug gesehen. Die folgende Auszeit wirkte sich aber noch nicht wie erwünscht auf das Spiel der Hausherren aus. Zumindest Frederik Todt erkannte aber die Gefahr und trat in Abwesenheit des emotionalen Anführers Markus Schwab immer öfter in den Vordergrund. Fast im Alleingang hielt der quirlige Tausendsassa sein Team im Spiel und erzielte die letzten vier Treffer vor der Pausensirene. Am 13:15-Rückstand beim Seitenwechsel konnte aber auch Frederik Todt nichts mehr ändern.

Mit Wiederanpfiff ging aber ein Ruck durch die Reihen der HSG Böblingen/Sindelfingen. Erstaunlicherweise trugen dazu zwei eigene Zeitstrafen bei. Zuerst musste Urs Bonhage auf die Strafbank. Kaum war Bonhage wieder zurück auf dem Feld, folgte Finn Spitzl mit weiteren zwei Minuten. Volker Blumenschein: „Plötzlich haben wir die entscheidenden Zweikämpfe in der Abwehr gewonnen und auch Daniel Meyer konnte sich im Tor auszeichnen. Das war die Initialzündung, denn in jeder Aktion war auf einmal Lust zu spüren.“ In der 42. Minute war es dann so weit: Mit einem verwandelten Siebenmeter brachte Frederik Todt die Gastgeber bei 19:18 erstmals in Führung. Die HSG sollte diesen Vorsprung im weiteren Spielverlauf auch nicht mehr abgeben.

Mössingen mühte sich auch weiterhin, das Momentum lag aber klar aufseiten der HSG. Der Tabellenführer baute seine Führung nun stetig aus und riss in der 49. Minute die Zuschauer in der Murkenbachhalle von ihren Sitzen, als Frederik Todt und Nicholas Raff einen Kempa-Trick erfolgreich zum zwischenzeitlichen 23:20 zu Ende führten. Als die Gäste im Gegenzug auch noch einen Siebenmeter vergaben und Frederik Todt kurz darauf das 24:20 nachlegte, war das Spiel entschieden.

Volker Blumenschein war nach der Schlusssirene zufrieden, aber auch sichtlich erleichtert, dass seine Mannschaft auf die Niederlage in Ostfildern die richtige Antwort gegeben hatte: „Ohne unsere fünf verletzten Spieler ist das ein sehr wertvoller Sieg.“ Ein besonderes Lob hielt der HSG-Coach für Frederik Todt bereit: „Egal ob auf Rückraum Mitte oder auf beiden Außenpositionen, Freddy war heute unser bester Mann. Und die verschobene 5:1-Abwehr spielt er einfach überragend.“

HSG Böblingen/Sindelfingen: Meyer, Scheer (beide im Tor); Heinkele (4 Tore), Petri (1), Trunk (2), Wild (4), Root, Bonhage (4), Spitzl, Daferner, Raff (2), Todt (9/davon 6 Siebenmeter), Müller (3)

War nicht nur wegen seiner neun Tore auffälligster Spieler der HSG Böblingen/Sindelfingen gegen Mössingen: Frederik Todt. Bild: Photo 5

Quelle: SZ-BZ Online