Handball Frauen: Trainer Vito Cece ist sprachlos

Handball – HVW-Pokal, Frauen: HSG Böblingen/Sindelfingen – SG Hofen/Hüttlingen 34:17 (20:4)

Die Handballerinnen der HSG Böblingen/Sindelfingen haben das Final Four im HVW-Pokal erreicht. Die Mannschaft von Vito Cece und Conny Dorschner spielte die höherklassige SG Hofen/Hüttlingen förmlich an die Wand und schickte den Württemberg-Ligisten mit einer 34:17-Packung auf die Heimreise.

Sehr viel Gutes hatten Vito Cece und Conny Dorschner in dieser Saison bereits von ihrer Mannschaft zu sehen bekommen. In der Landesliga Spitzenreiter, machte die HSG Böblingen/Sindelfingen auch im HVW-Pokal von sich reden, als im Achtelfinale die SF Schwaikheim aus dem Pokal gekegelt wurden. Am Donnerstagabend empfing die HSG in der Böblinger Murkenbachhalle mit der SG Hofen/Hüttlingen den nächsten Württemberg-Ligisten – und ließ auch diesen über die Klinge springen.

Derart, dass sich das HSG-Trainerduo nach dem Spiel verwundert die Augen rieb. „So eine erste Halbzeit habe ich in meiner gesamten Handballkarriere noch nicht erlebt“, stammelte Vito Cece: „Mir fehlen tatsächlich die Worte.“ Dass sich sein Lächeln dabei von einem Ohr zum anderen zog, war nicht zu übersehen. Seine Mannschaft hatte schlicht und einfach den Gegner aus der Halle geschossen.

30 Minuten aus einem Guss

Ein Gegner, der nach 38 Sekunden das 1:0 erzielt hatte, bis zur Pause aber nur drei weitere Treffer folgen ließ und im gleichen Zeitraum 20 Gegentore kassierte. „Wir haben genial gespielt und faktisch keine Fehler gemacht“, war auch Conny Dorschner begeistert von ihrem Team.

Die Gäste wussten schlichtweg nicht, wie ihnen geschah. Immer wieder verfing sich die SG in der aggressiven „BöSis“-Abwehr und fand darüber hinaus in der glänzend aufgelegten Steffi Dieterle ihren Meister. Die HSG-Torhüterin musste zwischen der 12. und 30. Minute lediglich einen Ball aus dem Netz holen, parierte ansonsten alles, was auf ihr Tor zuflog. HSG-Abteilungsleiter Ralf Maurer musste zwei Mal auf die Anzeigetafel schauen, ehe er das 20:4 begreifen konnte: „Das letzte Mal habe ich beim 7:1-Sieg von Deutschland gegen Brasilien ähnlich gestaunt.“

Nach der Pause ließen es die Gastgeberinnen deutlich lockerer angehen, behielten die Zügel aber stets in der Hand und entschieden auch den zweiten Spielabschnitt mit 14:13 für sich. Einmal mehr stachen neben der gewohnt starken Abwehr offensiv die beiden Außenspielerinnen Zana Turkalj (10 Tore) und Julia Leibfried (5) hervor, die fast die Hälfte aller HSG-Tore erzielten. Der Jubel nach der Schlusssirene über den 34:17-Kantersieg fiel heftig, aber kurz aus. „Wir haben das Final Four im Pokal erreicht, darüber freuen wir uns sehr. Jetzt gilt es aber auch im Liga-Alltag nachzulegen“, verlieren Vito Cece und Conny Dorschner das Saisonziel nicht aus den Augen. In drei Wochen steht das vorentscheidende Topspiel beim TV Flein an. „Sollten wir diese Partie gewinnen, wäre das die halbe Miete auf dem Weg in die Württemberg-Liga.“

HSG Böblingen/Sindelfingen: Steffi Dieterle, Schroth (beide im Tor); Steinlein (4 Tore), Turkalj (10/davon 6 Siebenmeter), Schneider (1), Knoll (2), Köberling, Leibfried (5), Kron (3), Kayser (3), Andrea Dieterle (1), Weinhardt (1), Maurer (1), Dux (3)