Handball: 19 technische Fehler sind zu viel

Die HSG Böblingen/Sindelfingen ist nach der zweiten Niederlage binnen einer Woche wieder auf dem Boden der Tatsachen zurückgekehrt. Bei der SG H2Ku Herrenberg II unterlag die Mannschaft von Volker Blumenschein nach schwacher Leistung mit 22:26 und rutschte dadurch auf den fünften Tabellenplatz der Landesliga ab.

Konnte Volker Blumenschein die 25:30-Niederlage vor Wochenfrist gegen den Ligaprimus HSG Fridingen/Mülheim noch unter die Rubrik „kann gegen ein Spitzenteam passieren“ einstufen, fehlten dem Trainer der HSG Böblingen/Sindelfingen am Samstagabend die richtigen Worte, um die 22:26-Niederlage bei der SG H2Ku Herrenberg II einordnen zu können. „Das war richtig schwach“, war der HSG-Coach sichtlich enttäuscht ob der Darbietung seiner Mannschaft. „Herrenberg hat mehr investiert, war besser und konzentrierter und hat am Ende völlig verdient gewonnen.“

Die sieben Spiele andauernde Siegesserie war am vergangenen Spieltag gerissen. Aber weniger die Niederlage gegen Fridingen/Mülheim an sich interessierte Volker Blumenschein im Nachhinein, sondern wie seine Mannschaft darauf im nächsten Spiel in Herrenberg reagieren würde. Die fand aber nur schleppend in die Partie und reagierte zu Beginn mehr, als dass sie selbst Akzente setzen konnte. Bis zum 5:6 durch Urs Bonhage nach 17 Minuten war aus Sicht der HSG aber alles im Rahmen. Dann aber schlichen sich immer mehr Fehler in das Spiel der Gäste. Hier ein Fangfehler, da ein schwacher Pass und dort ein Schritt zu spät: Das junge Herrenberger Team bestrafte die Unzulänglichkeiten der HSG Böblingen/Sindelfingen eiskalt und erhöhte bis zur 23. Minute auf 9:5.

Bis zur Pause stabilisierten sich die Gäste etwas und sorgten sogar für Szenenapplaus in der Herrenberger Markweghalle, als Frederik Todt und Nicholas Raff per sehenswertem Kempa-Trick auf 10:11 verkürzten. Danach allerdings verpasste es die HSG, mit einem Unentschieden in die Pause zu gehen. Stattdessen fing sich das Team von Volker Blumenschein mit der Pausensirene durch Jannis Mezger das 10:12 ein.

Versäumtes holten die Gäste nach dem Seitenwechsel nach, als Matthias Root in der 34. Minute zum 13:13 ausgleichen konnte. Böblingen/Sindelfingen schien am Drücker, doch sobald das Team um Kapitän Marc Petri an der Führung schnupperte, folgte ein Fehler. „Insgesamt 19 technische Fehler sind einfach zu viel“, ärgerte sich Volker Blumenschein zurecht über seine Schützlinge. Lediglich Torwart Kevin Gsell nahm er von seiner Kritik aus: „Kevin war klasse, er hat uns mit 17 Paraden im Spiel gehalten.“

Gar nicht existent war stattdessen das Spiel von außen. „Da kam gar nichts“, bemerkte Blumenschein ernüchtert. Richtig sauer war der HSG-Coach dann in der 53. Minute. Beim Stand von 20:20 handelte sich Frederik Todt eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Ballwegwerfens ein, meckerte daraufhin und bekam gleich noch weitere zwei Minuten aufgebrummt. „Wir werfen ein Spiel, das zu unseren Gunsten zu kippen drohte, einfach weg“, kommentierte Blumenschein diese Szene mit einem Kopfschütteln.

Die Hausherren ließen sich nicht zwei Mal bitten und nutzten die folgende Überzahl dazu vorentscheidend auf 24:21 davonzuziehen. Am Ende prangte ein 26:22 auf der Anzeigentafel – sehr zur Freude von Harry Sommer. „Das war vor allem in der Abwehr eine überragend gute Leistung“, konstatierte der Herrenberger Trainer. „Unsere verschiedenen Abwehrvarianten haben der HSG heute gar nicht geschmeckt.“

SG H2Ku Herrenberg II: Rhotert (1 Tor), Rinderknecht (beide im Tor); Kohler, Freundt (2), Simon Klisch (3/davon 2 Siebenmeter), Bökle (2), Will, Böhm (3), Frank (1), Sebastian Klisch (3), Mezger (5), Möller (1), Stöffler (2), Kussmann (3)

HSG Böblingen/Sindelfingen: Gsell, Meyer (beide im Tor); Heinkele, Petri, Trunk (2), Root (1), Hofacker, Leupolz (2), Bonhage (5), Raff (4), Todt (2), Hoffmann (1), Müller, Schwab (5)

Dichtes Gedränge am Kreis beim Gastspiel der HSG Böblingen/Sindelfingen in der Herrenberger Markweghalle. Bild: Zvizdiç

Quelle: SZ-BZ Online