Fußball: Mit dem achten Dreier in die Winterpause

Fußball – Verbandsliga: VfL Sindelfingen – VfB Neckarrems 2:0 (0:0) / Frühe Rote Karte für VfL-Kapitän Fabian Rupp

Mit einem 2:0-Heimsieg gegen den Abstiegskandidaten VfB Neckarrems hat sich der VfL Sindelfingen in die rund dreimonatige Winterpause verabschiedet. Das Team von Tobias Winter musste dabei eine frühe Rote Karte gegen Kapitän Fabian Rupp verkraften, schaukelte den achten Saison-Dreier aber ohne größere Probleme nach Hause.

„Noch einmal alles raushauen“ hatte Tobias Winter im Vorfeld des letzten Spieles im Jahr 2019 von seinen Akteuren eingefordert, was vor allen Dingen Fabian Rupp nach fünf Minuten zu wörtlich umsetzte. Der Kapitän des VfL Sindelfingen versuchte einen katastrophalen Querpass von Ender Özcan zu klären, kam aber einen Schritt zu spät und brachte dabei als letzter Mann den Neckarremser Nesreddine Kenniche zu Fall. Schiedsrichter Jonathan Woldai zückte sofort die Rote Karte und schickte den Sindelfinger Abwehrchef vorzeitig zum Duschen. „Wenn der Schiri in dieser Szene ein Foul sieht, dann ist es leider auch eine Rote Karte“, kommentierte Tobias Winter die Aktion.

Neue Marschroute nötig

Somit war die Marschroute des VfL-Trainers früh über den Haufen geworfen. Tobias Winter zog Raphael Molitor in die Viererkette zurück und richtete gleichzeitig auch seine Mittelfeldreihe etwas defensiver aus. Lediglich Pablo Perez, der den erkälteten Oliver Glotzmann als Sturmspitze ersetzte, versuchte in vorderster Reihe Torgefahr auszustrahlen.

In der 19. Minute spielte die VfL-Abwehr auf Abseits, übersah dabei aber Robin Slawig. Der Neckarremser legte sich den Ball noch zurecht – und schob ihn zur Überraschung aller Zuschauer aus sieben Metern am Sindelfinger Gehäuse vorbei. „Das war natürlich eine brutale Torchance für den Gegner, da hatten wir großes Glück“, musste Tobias Winter kräftig durchpusten.

Eine weitere Möglichkeit bot sich den Gästen nach 36 Minuten. Nesreddine Kenniche spazierte durch die VfL-Defensive, in der sich jeder Sindelfinger auf seinen Nebenmann verließ. Nachdem Nesreddine Kenniche fünf gegnerische Spieler ausgetanzt hatte und vor Michael Walz auftauchte, hatte Noah Sautter genug gesehen und grätschte dem Neckarremser Angreifer im letzten Moment noch den Ball vom Fuß.

Kurz nach Wiederanpfiff brachte Tobias Winter seinen Torjäger Oliver Glotzmann für den blassen Pablo Perez in die Partie. Das Geschehen spielte sich aber zunächst wieder vor dem Sindelfinger Gehäuse ab. Einen Freistoß von Lars Ruckh klärte Raphael Molitor in der 50. Minute für seinen bereits geschlagenen Michael Walz per Kopf von der Torlinie.

Vier Minuten später pflückte sich Sindelfingens Schlussmann dann höchst selbst eine Volleyabnahme von Eugenio Del 
Genio herunter und leitete sofort einen Konter ein. Über Samuel Mayer gelangte der Ball zu Oliver Glotzmann, der aber anstatt selbst abzuschließen seinen mitgelaufenen Nebenmann Alex Aleman Solis suchte, VfB-Abwehrchef Pero Mamic aber noch seinen Fuß dazwischen brachte.

In der 56. Minute waren dann wieder dieselben Protagonisten beteiligt. Dieses Mal versuchte Pero Mamic den Ball an der Mittellinie stehend auf seinen Torhüter zurückzuköpfen. Oliver Glotzmann sprintete dazwischen und spitzelte das Spielgerät am herauseilenden Luis Loucao vorbei. Aus 35 Metern trudelte der Ball zum 1:0 über die Torlinie. Angestachelt von der Führung setzten die Hausherren nach. Alex Aleman Solis hatte in der 62. Minute das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte aber an Luis Loucao.

Neckarrems drängte auf den Gleichstand, erreichte diesen aber nur bezüglich der Spieler auf dem Platz. Denn in der 65. Minute musste Lars Ruckh nach überhartem Einsteigen gegen Alexander Wetsch ebenfalls mit direkt Rot vom Platz. Als dann fünf Minuten später Alex Aleman Solis nach einem Bilderbuchkonter über Oliver Glotzmann und Ender Özcan das 2:0 nachlegte, war der Sieg für die Sindelfinger zum Greifen nahe. Endgültig eingetütet war der Dreier dann in der 77. Minute. Nach einen Zusammenprall von Raphael Molitor und dem just davor eingewechselten Carmine Pescione, musste der Neckarremser verletzt vom Feld. Da die Gäste ihr Auswechselkontingent bereits ausgeschöpft hatten, fanden sich die Hausherren plötzlich in Überzahl wieder.

Diese wollte der VfL noch zu einem dritten Treffer nutzen, und hatte auch eine Handvoll bester Torchancen dazu. Jedoch vergaben sowohl Frederick Mohr (80.), Samuel Mayer (83.) als auch Oliver Glotzmann (84.). Den Vogel schossen die Sindelfinger in der 89. Minute ab, als der Reihe nach Oliver Glotzmann, Ivan Vargas Müller als auch Samuel Mayer das Kunststück fertig brachten, aus kürzester Distanz den Ball nicht im gegnerischen Tor unterzubringen.

VfL-Trainer Tobias Winter konnte das nach dem Schlusspfiff verschmerzen: „Mit dem Sieg lassen sich die vergebenen Chancen leichter verkraften. Und mit 28 Punkten gehen wir jetzt in eine sehr angenehme Pause.“

VfL Sindelfingen: Walz, Özcan, Rupp, Mohr, Sautter, Molitor, Feigl (67. Minute Dittrich), Wetsch, Mayer (86. Minute Kayser), Aleman Solis (86. Minute Vargas Müller), Pablo Perez (49. Minute Glotzmann)

Bild: Die Spieler des VfL Sindelfingen jubeln über den 2:0-Heimsieg gegen den VfB Neckarrems. Bild: photostampe

Quelle: SZ/BZ-Online