Fußball (Männer): Zurück auf dem Boden der Tatsachen

Der Auftakt nach der Winterpause ist den Verbandsliga-Fußballern des VfL Sindelfingen gründlich misslungen. Im Verfolgerduell gegen den VfB Neckarrems musste sich die Mannschaft von Maik Schütt nach schwacher Leistung mit 1:3 geschlagen geben, behauptete aber dennoch ihren dritten Tabellenplatz.

Aus dem Führungsquintett der Verbandsliga konnte nämlich nur der VfB Neckarrems gewinnen, der durch den 3:1-Erfolg beim VfL Sindelfingen seine eigenen Aufstiegschancen deutlich verbesserte. Entsprechend gut gelaunt war nach dem Schlusspfiff VfB-Trainer Markus Koch, der sich beim Blick auf die Ergebnisse ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte: „Nicht nur das Spiel hier in Sindelfingen ist für uns gut gelaufen, auch auf den anderen Plätzen hat es gepasst.“

Auf dem Kunstrasen hinter dem Glaspalast spielten die Gäste nicht überragend auf. Aber das, was die Neckarremser um den starken Kapitän Micha Colin-Läubin machten, hatte von Beginn an Hand und Fuß. Zwar wirkte Sindelfingen zu Beginn optisch überlegen, das erste Ausrufezeichen setzte aber der VfB. In der neunten Minute nahm Spielmacher Luigi Ancona vom Strafraumeck Maß und ließ Eduard Schnell im Sindelfinger Tor keine Abwehrchance – 0:1.

Mit der Führung im Rücken spielten die Gäste noch sicherer auf. Der VfL seinerseits hatte große Mühe überhaupt geordnete Angriffe vorzutragen. Spätestens der fünfte Pass landete wieder beim Gegner. Die Offensive um Armin Zukic, Lars Jäger und Oliver Glotzmann hing völlig in der Luft. Darüber hinaus schmeckte den Sindelfingern das gegnerische Pressing überhaupt nicht. Garniert mit individuellen Fehlern nahm das Unheil schließlich seinen Lauf. Beim 0:1 sah Alexander Wetsch nicht gut aus, beim 0:2 in der 23. Minute ging einem Foulspiel von Florian Feigl ein ebenso unnötiger Ballverlust von Matthias Bäuerle voraus. Nutznießer war Gabriel Fota, der nach Freistoß von Luigi Ancona aus kurzer Distanz den Ball über die Linie bugsierte.

Kurz danach zappelte das Spielgerät auch auf der anderen Seite im Kasten, jedoch verweigerte Schiedsrichter Stefan Jenninger (TSV Adelmannsfelden) dem Tor von Roberto Klug die Anerkennung. Im Fünfmeterraum hatte der Sindelfinger Abwehrspieler VfB-Schlussmann Luis Rodrigues Loucao irregulär behindert. „Schade, das hätte uns sicherlich noch einmal Auftrieb gegeben“, sagte Maik Schütt.

Stattdessen aber kam es vor der Pause noch dicker für seine Mannschaft. In einen Distanzschuss von Asilhan Yildiz in der 42. Minute hielt Frederik Mohr seinen Fuß hinein und überwand damit seinen eigenen Torwart – 0:3. „Das war natürlich bitter und letztlich auch entscheidend“, konstatierte Maik Schütt. „Davon haben wir uns auch nach der Pause nicht mehr erholt.“

Nach dem Seitenwechsel plätscherte das Spiel ohne Höhepunkte vor sich hin. Neckarrems begnügte sich mit dem klaren Vorsprung, Sindelfingen hatte zumindest an diesem Tag nicht die Mittel, um dem Spiel noch eine Wende zu geben. Unzufrieden waren die Gäste dennoch mit der Schlussphase. Weniger mit dem 1:3 von Armin Zukic in der 86. Minute, der nach Foul an ihm selbst den Strafstoß sicher zum Endstand verwandelte. Viel mehr als dieser Gegentreffer schmerzten Markus Koch die beiden Gelb-Roten Karten gegen Tim Scheuerle und Luigi Ancona. „Das ist hart“, so der Neckarremser Trainer. „Am Ende haben wir den Sieg teuer erkauft.“

VfL-Coach Maik Schütt hakte die Niederlage schnell ab: „Das Ergebnis heute ist kein Beinbruch und wirft uns auch nicht um, aber jetzt sind wir erst einmal auf den Boden der Tatsachen zurück. Damit lässt es sich in der kommenden Trainingswoche gut arbeiten.“

VfL Sindelfingen: Schnell, Wetsch (75. Minute Müller), Mohr, Klug, Bäuerle (75. Minute Molitor), Kniesel, Feigl (60. Minute Syla), Aleman Solis, Zukic, Jäger (82. Minute Di Fabio), Glotzmann

Oliver Glotzmann (links) fliegt heran, Frederik Mohr (Nummer 21) hilft. Am Ende ist für den VfL Sindelfingen aber alles vergebens. Bild: Photo 5

Quelle: SZ-BZ Online