Fußball (Männer): Schütt-Elf steckt in einer Negativspirale

Dem VfL Sindelfingen schwimmen in der Verbandsliga die Felle davon. Auch im vierten Spiel nach der Winterpause setzte es für das Team von Maik Schütt eine Niederlage. Gegen die Spfr Schwäbisch Hall unterlag der VfL mit 0:1 und rutschte dadurch auf den siebten Tabellenplatz ab.

Drei Niederlagen bereits im Gepäck, darüber hinaus noch einige Spieler, die aus verschiedenen Gründen passen mussten: Die Voraussetzungen für den VfL Sindelfingen vor dem Heimspiel gegen die Spfr Schwäbisch Hall waren sicherlich nicht die allerbesten. Dennoch sollte das Duell mit dem Abstiegskandidaten die Wende zum Guten hin einläuten. Die Bürde der drei Rückschläge nach der Winterpause war den Sindelfinger Spielern aber jederzeit anzumerken. Mit kontrollierter Offensive versuchte der VfL dem Gegner vom Anpfiff weg beizukommen, kam jedoch nicht in die erhofften Abschlusssituationen hinein. Entsprechend plätscherte die erste knappe halbe Stunde ohne jegliche Höhepunkte vor sich hin.

Erst nach 28 Minuten griff Armin Zukic in seine Trickkiste und ließ zwei Mann sehenswert stehen. Sein Schlenzer vom Strafraumeck mit dem schwächeren rechten Fuß verfehlte den langen Pfosten aber nur um Haaresbreite. Eine Minute später hatte der VfL die nächste gute Szene zu verzeichnen. Nach langem Einwurf von Alexander Gans klärte die Schwäbisch Haller Abwehr genau vor die Füße von Daniel Kniesel. Der VfL-Kapitän jedoch traf den Ball zwölf Meter vor dem gegnerischen Gehäuse nicht voll.

Langsam besserte sich das Spiel der Sindelfinger, die optisch überlegen agierten, dem Braten aber dennoch nicht ganz trauten, da die Gäste konsequent auf Konter setzten. Und in der 43. Minute führte einer dieser schnell vorgetragenen Gegenangriffe zum Führungstreffer. Jannik Dannhäußer vernaschte auf der rechten Sindelfinger Abwehrseite Alexander Gans und flankte den Ball flach nach innen. Kevin Lehanka ließ sich diese Möglichkeit nicht entgehen und markierte aus acht Metern das 1:0 für die Sportfreunde. „Das war von Alex ganz schwach verteidigt“, hatte Maik Schütt den für das Gegentor Schuldigen ausgemacht.

Somit ging es für den VfL wieder mit einem Rückstand in die Pause, auch weil sich im Gegenzug nach feiner Vorarbeit von Oliver Glotzmann Daniel Kniesel und Alexander Wetsch uneins waren und Joshua Voigt den Ball aus der Gefahrenzone prügeln konnte. Glück hatten die Sindelfinger in der 45. Minute, als Jannik Dannhäußer mit einem Schuss vom Strafraumeck in David Kocyba seinen Meister fand.

Die Nummer eins des VfL Sindelfingen war nach seinem Fingerbruch wieder zurück auf seiner angestammten Position und verlieh der Defensive zusätzlichen Halt. An der mangelnden Durchschlagskraft im Angriff konnte aber auch David Kocyba nichts ändern. Den Willen, das Ergebnis zu drehen und endlich die ersten Zähler im Kalenderjahr zu verbuchen, konnte man dem VfL-Team zu keinem Zeitpunkt absprechen. „Aber wenn man in so einer Negativspirale drinsteckt, dann laufen die Spiele eben so wie heute“, sagte Thomas Dietsche. Aber auch der Sportliche Leiter der Sindelfinger hat bemerkt , dass es seinen Spielern in den entscheidenden Szenen am Selbstvertrauen mangelt. „Die letzte Entschlossenheit fehlt derzeit“, so Thomas Dietsche.

Mit neuem Schwung kam der VfL trotz Rückstand aus der Kabine und hatte gleich eine gute Möglichkeit zum Ausgleich. In der 47. Minute war es Oliver Glotzmann, dessen Schuss aus der Drehung aber nur das Außennetz traf. Weitere zwei Minuten danach scheiterte nach Freistoß von Armin Zukic VfL-Abwehrchef Robert Klug an Jonas Wieszt. Der Schwäbisch Haller Torwart blieb auch in der 59. Minute bei einem Freistoß von Florian Feigl ohne Fehl und Tadel und zeigte beim folgenden Eckball all seine Klasse, als er einen Kopfball-Torpedo von Marcel Berberoglu aus dem Torwinkel kratzte.

Mit fortlaufender Dauer und den vergebenen Chancen des VfL traten die Gäste aber immer selbstbewusster auf und verlagerten das Spiel immer öfter in die gegnerische Hälfte. Nur auf ihr Defensivkonzept konnten sich die Gäste aber auch nicht verlassen. In der 87. Minute hatten die Sportfreunde großes Glück, als ein Schuss von Oliver Glotzmann aus 20 Metern nur an die Latte klatschte. „In der Vorrunde, als es noch gut lief bei uns, wäre der Ball sicher reingegangen“, trauerte Oliver Glotzmann dem möglichen Ausgleich nach.

In den Schlussminuten warfen die Gastgeber noch mal alles nach vorne – jedoch ohne Erfolg. Nach einem Konter in der Nachspielzeit verpasste Serdal Kocak im Eins gegen Eins gegen einen glänzend reagierenden David Kocyba sogar das mögliche 2:0 für die Gäste. Schwäbisch Halls Trainer Slobodan Pajic war’s freilich egal, denn Schiedsrichter Michael Hieber (SV Pfahlheim) pfiff unmittelbar danach ab. „Wir standen hinten sehr stabil und haben uns diesen Sieg verdient“, sagte Slobodan Pajic.

VfL-Trainer Maik Schütt war hingegen stinkesauer – sowohl auf seine Mannschaft als auch auf sich selbst. Speziell wegen einer Personalie: „Alexander Gans war schon in Pfullingen schwach und praktisch an allen Gegentoren mitbeteiligt. Ich dachte aber, ihn heute stärken zu müssen, indem ich ihn von Beginn an bringe. Leider verschuldet er wieder ein Gegentor. Das nehme ich auf meine Kappe.“

VfL Sindelfingen: Kocyba, Gans (46. Minute Berberoglu), Schuster (64. Minute Yorulmaz), Klug, Wetsch, Feigl, Molitor, Kniesel (78. Minute Di Fabio), Aleman Solis (64. Minute Syla), Zukic, Glotzmann

Hätte den VfL Sindelfingen in dieser Szene in Führung schießen können: Daniel Kniesel. Am Ende mussten sich der VfL-Kapitän und seine Mitspieler den Spfr Schwäbisch Hall mit 0:1 geschlagen geben. Bild: Photo 5

Quelle: SZ-BZ Online