Fußball (Männer): Letzte Zweifel sind immer noch da

Die Verbandsligakicker des VfL Sindelfingen, stolzer Hinserienzweiter, belegen in der Rückrundentabelle nur den zweitletzten Platz. Nach der 1:4-Niederlage beim FC 07 Albstadt hat das Team von Maik Schütt den Klassenerhalt immer noch nicht sicher.

Bei noch zwei ausstehenden Spielen hat der VfL Sindelfingen zwar sechs Zähler Vorsprung auf den unteren Relegationsplatz, rein rechnerisch kann die Mannschaft von Maik Schütt aber durchaus noch auf den zwölften Rang abrutschen. Dieses Horrorszenario wollte der VfL-Coach schon im Auswärtsspiel beim FC 07 Albstadt zu den Akten legen, aber wieder einmal scheiterte seine Mannschaft mehr an ihren eigenen Nerven als an der Klasse des Gegners.

Nach kurzer Abtastphase zu Spielbeginn waren es die Hausherren, denen sich bereits nach acht Minuten die große Chance zur Führung bot. VfL-Linksverteidiger Alexander Wetsch foulte Hakan Aktepe außerhalb des eigenen Strafraums, Schiedsrichter Dennis Bauer (TSV Schornbach) verlegte den Tatort aber unter Protesten der Sindelfinger innerhalb der Linien. Den folgenden Strafstoß von Albstadts Torjäger Pietro Fiorenza konnte Sindelfingens Schlussmann David Kocyba aber klasse abwehren. „Der gehaltene Elfmeter hat uns Auftrieb gegeben“, bemerkte Maik Schütt in der Folge.

Sein Team übernahm immer mehr die Spielkontrolle, ohne jedoch zunächst Torchancen herauszuspielen. Erst in der 26. Minute und unter gütiger Mithilfe der Gastgeber hatte der VfL seine erste Möglichkeit. An einen Bogenlampenrückpass von Albstadts Kapitän Armin Hotz musste Mario Aller mit der Hand ran, was der Unparteiische mit einem indirekten Freistoß vor dem FC-Tor ahndete. Armin Zukic ließ sich diese Chance nicht nehmen und hämmerte den Ball aus acht Metern zur Sindelfinger Führung in die Maschen.

Der VfL, der durch Zukics 14. Saisontreffer erstmals nach der Winterpause in einer Partie mit 1:0 führte, begnügte sich danach, das höhepunktarme Duell zu kontrollieren. Das ging bis zur 38. Minute gut. Dann fasste sich Felix Loch aus 23 Metern ein Herz und überwand David Kocyba mit einem Schuss ins untere Eck.

Nach Wiederanpfiff nahmen die Gäste aber wieder Fahrt auf und waren zunächst das klar bessere Team. Und das ohne Oliver Glotzmann: Der VfL-Stürmer war nach einem Schlag an die Hüfte in seiner Bewegung eingeschränkt. Die erste Torchance im zweiten Spielabschnitt bot sich nach feinem Pass von Florian Feigl bereits in der 49. Minute Endrit Syla, der Aushilfssechser schoss aber aus sechs Metern nur den Albstadter Schlussmann an.

Den Gästen bot sich dann in der 66. Minute die größte Chance, um erneut in Führung zu gehen. Armin Zukic wurde im Strafraum gefoult, schnappte sich sogleich den Ball, scheiterte mit seinem Elfmeter aber an Mario Aller. „Wenn wir noch mal in Führung gegangen wären, hätten wir dieses Spiel als Sieger verlassen“, trauerte Maik Schütt den vielen guten Möglichkeiten hinterher.

Es kam aber noch schlimmer für die Sindelfinger. Ein schnell ausgeführter Freistoß der Hausherren nach 73 Minuten gelangte zu Felix Loch, der David Kocyba mit einem Lupfer aus 13 Metern zum 2:1 überwinden konnte. Zehn Minuten später folgte der endgültige K.-o. für den VfL. Ausgangspunkt war wieder ein ruhender Ball, der im Strafraum Marc Bitzer vor die Füße sprang. Aus acht Metern erzielte der Albstadter, von Roberto Klug leicht abgefälscht, das 3:1. Danach warfen die Gäste alles nach vorne, wurden in der dritten Minute der Nachspielzeit aber noch ein weiteres Mal ausgekontert. Felix Loch erzielte mit seinem dritten Treffer den 4:1-Endstand.

„Das Spiel hätte ein anderes, für uns positiveres Ergebnis verdient gehabt“, war Maik Schütt enttäuscht. „Der Gegner war kaltschnäuziger bei seinen wenigen Chancen. Wir dagegen betreiben weiterhin einen zu großen Aufwand, ohne uns zu belohnen.“

VfL Sindelfingen: Kocyba, Gans (81. Minute Di Fabio), Mohr, Klug, Wetsch, Feigl, Syla, Yorulmaz (68. Minute Aleman Solis), Zukic, Jäger, Glotzmann (46. Minute Perez)

Armin Zukic erzielte seinen 14. Saisontreffer – und verschoss einen Foulelfmeter. Bild: Photo 5/A

Quelle: SZ-BZ Online