Fußball (Männer): „Es wird Zeit, dass es wieder losgeht“

Nach fünf Wochen Vorbereitung sehnen die Verbandsliga-Kicker des VfL Sindelfingen das erste Pflichtspiel herbei. Am Samstag um 15 Uhr empfängt das Team von Maik Schütt den VfB Neckarrems. Der VfL-Coach sieht sein Team nicht nur für dieses Verfolgerduell, sondern auch für den zweiten Saisonabschnitt gewappnet.

„Es wird Zeit, dass es wieder losgeht“, sagt Maik Schütt. Der Trainer des VfL Sindelfingen blickt auf fünf Wochen der „harten, konzentrierten Vorbereitung“ zurück und ist guter Dinge, dass seine Mannschaft an die Leistungen vor der gut dreimonatigen Pause anknüpfen kann: „Eine Wintervorbereitung ist wahrlich kein Spaß, aber die Jungs haben gut mitgezogen und die Testspiele waren zufriedenstellend.“

Einen Selbstläufer erwartet der Sindelfinger Coach im weiteren Saisonverlauf deshalb aber nicht, im Gegenteil. „Die Gegner wissen mittlerweile, was wir können“, ist Maik Schütt auch ein bisschen stolz auf das bisher Erreichte. Und das vollkommen zurecht. Als Tabellendritter mit nur einem Zähler Rückstand auf den oberen Relegationsplatz überwinterte der VfL weit über den eigenen Erwartungen.

Dass deshalb der ein oder andere Fan des Sindelfinger Fußballs von der Oberliga träumt, ist für den Sindelfinger Trainer nicht mehr als eine nette Begleiterscheinung: „Das ist bei anderen Vereinen, die Erfolg haben, nicht anders, aber damit beschäftigen wir uns gar nicht. Unser Saisonziel war ein einstelliger Tabellenplatz und davon rücken wir nicht ab.“

Maik Schütt sieht dabei noch reichlich Potenzial. „Wir wollen als Team noch kompakter auftreten“, benennt der VfL-Trainer sein oberstes Ziel. Des Weiteren will er auch die Spielweise weiterentwickeln: „Nach Ballverlusten wünsche ich mir, dass wir gleich ins Gegenpressing übergehen.“ In sieben Testspielen klappte das ganz gut. „Dass wir sogar gegen die beiden Oberligisten Stuttgarter Kickers II und Reutlingen sehr lange den Ball in unseren Reihen hatten, hat mir sehr gut gefallen“, so Maik Schütt.

Fünf der sieben Spiele konnte sein Team gewinnen. Dabei strahlte der 3:1-Sieg gegen die „kleinen“ Kickers hervor. Nur gegen den SSV Reutlingen setzte es eine 0:2-Niederlage. Aber auch in diesem Spiel war Maik Schütt von der Leistung seiner Elf angetan: „Das war wie in der Partie gegen die Kickers ein Spiel auf Augenhöhe. Man konnte nicht erkennen, dass Reutlingen eine Liga höher spielt. Nicht gefallen hat mir in diesem und auch in anderen Spielen unsere Chancenauswertung. Darüber hinaus bekommen wir Gegentore vor allem nach ruhenden Bällen. Das ist mir ein Dorn im Auge.“

Mit einem Testspiel war der VfL-Coach indes nicht einverstanden. Ausgerechnet gegen die SV Böblingen kam Sindelfingen nicht über ein 2:2 hinaus – und das gegen eine nach einer Gelb-Roten Karte früh dezimierte Böblinger Mannschaft. „Genau an dem Tag waren wir in einem Loch, die Leichtigkeit hat uns gefehlt“, erinnert sich Maik Schütt zurück. Die Gründe für den eher schwächeren Auftritt kennt der Sindelfinger Trainer aber: „Wir hatten tags zuvor athletische Trainingseinheiten, so dass wir gegen Böblingen schwere Beine hatten.“

Überbewerten will Maik Schütt die Ergebnisse nicht. Wichtige Erkenntnisse hat er dennoch gewonnen, auch wenn immer wieder Spieler erkrankt passen mussten. Am Samstag gegen den VfB Neckarrems werden einige nicht mit dabei sein. Nach einem Bruch des kleinen Fingers im Spiel gegen Reutlingen wird Stammtorwart David Kocyba noch einige Wochen ausfallen. Ihn wird Eduard Schnell ersetzen, der in der Vorbereitung einen guten Eindruck hinterließ. Auch hinter Daniel Kniesel steht immer noch ein großes Fragezeichen. Der VfL-Kapitän gab zwar beim 10:1-Testspielsieg gegen den TV Darmsheim sein lang ersehntes Comeback und glänzte auch als Torschütze. Im Training danach klagte der Mittelfeldspieler aber erneut über Schmerzen am Oberschenkelansatz und brach die Einheit ab. „Bei Daniel müssen wir genau schauen wie es weitergeht“, will Maik Schütt nichts überstürzen.

Dass mit Neckarrems zum Pflichtspielauftakt gleich ein dicker Brocken im Floschenstadion gastiert, gefällt dem Sindelfinger Trainer: „Da wissen wir gleich, woran wir sind. Ich freue mich richtig auf diese Partie, und ich denke meinen Spielern geht es genau so.“ Im Hinspiel siegte der VfL beim aktuellen Tabellenfünften mit 3:0. Die Erinnerungen an diesen Sieg sind bei Maik Schütt noch frisch: „Eine halbe Stunde lang sind wir nur hinterhergerannt, dann haben wir bis zur Pause drei Tore erzielt und in der zweiten Halbzeit den Sieg ohne Probleme nach Hause gebracht. So leicht macht es uns Neckarrems dieses Mal sicher nicht.“

Im Floschenstadion sollen wieder Tore fallen – so, wie es auf auf diesem Foto Armin Zukic vormacht. Am Samstag endet um 15 Uhr die Winterpause. Bild: Photo 5/A

Quelle: SZ-BZ Online