Fußball (Männer): Drei mal 9 macht Nummer 1

Der VfL Sindelfingen triumphiert bei der 35. Hallen-Gala im Glaspalast / Mit dem VfL, dem TVD und dem GSV sind 3 Sindelfinger Mannschaften unter den 8 besten Teams

Der Bann ist gebrochen. Der VfL Sindelfingen behielt bei der 35. Sindelfinger Hallenfußball-Gala erstmals den größten Pokal und den Siegerscheck in Höhe von 2500 Euro zu Hause. Dabei lieferte das Team von Maik Schütt und Elvir Adrovic bei der Hallen-Gala eine ganz starke Vorstellung ab. Dennoch benötigte der VfL 3 Mal das Neunmeterschießen – im Finale, im Halbfinale und im Viertelfinale. Im Finale gegen den VfB Neckarrems gab es beim 9:8 einen wahren Krimi, doch auch den entschied der VfL an diesem Tag für sich. Gegen die bisher dominant spielende U21 des FC Ingolstadt erkämpfte sich der VfL Sindelfingen im Halbfinale ein 1:1 nach regulärer Spielzeit, und damit die Chance, im Neunmeterschießen ins Finale einzuziehen. Das gelang: 3:2 hieß es am Ende. Bereits im Viertelfinale hatten die Sindelfinger die besseren Nerven vom Punkt. Nach einem 0:0 gegen den ebenfalls stark aufspielenden TV Darmsheim gab es ein 3:2 nach Neunmeterschießen.

Der im Finale unterlegene VfB Neckarrems tröstete sich als Turnierzweiter mit 1250 Euro. Den dritten Platz belegte nach einem 6:2-Sieg im kleinen Finale gegen Calcio Leinfelden-Echterdingen die U21 des FC Ingolstadt. Dafür gab es 500 Euro. Calcio freute sich beim größten Amateurturnier Deutschlands über Platz vier und 250 Euro.

Als bester Spieler der 35. Hallenfußball-Gala im Sindelfinger Glaspalast wurde Albano Gashi, Kapitän der U21 des FC Ingolstadt, ausgezeichnet. Den besten Torwart stellte in Alexander Bachmann Turniersieger VfL Sindelfingen. Die Torjägerkanone sicherte sich mit elf Turniertreffern Lars Ruckh vom unterlegenen Finalisten VfB Neckarrems.

1117 Tore, rund 7000 Zuschauer und 5000 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Die Zahlen, die Gerd Klauß, Abteilungsleiter der Maichinger Fußballer, vor dem Finale nannte, sind beeindruckend.

Dafür, dass am Finalwochenende der Hallen-Gala der Vorrat für Speis und Trank nicht ausgeht, sorgen mit ihrem Team im Glaspalast an allen drei Tagen Uwe Lang und Wolfgang Achatz. Im Wechsel mit den freiwilligen Helfern in den Reihen des GSV Maichingen sind sie beim VfL Sindelfingen für die Bewirtung von Spielern, Betreuern, Schiedsrichtern und Fans zuständig. „Da ist man dann in der Frühschicht morgens ab 7.30 Uhr da und belegt Hunderte Brötchen“, sagt Uwe Lang. In der Spätschicht kann es auch schon mal 2 Uhr nachts werden. Verantwortlich dafür, dass Uwe Lang, Wolfgang Achatz und die rund 25 Helfer pro Schicht niemanden hungern lassen müssen, ist Josef Klaußner von der Metzgerei Lipp. „Am Samstagmorgen habe ich unter anderem 20 Zwei-Kilo-Schalen Leberkäse zum Glaspalast gefahren. Das war zwar erst um 8 Uhr, aber weil ich den Leberkäse davor noch ausbacken muss, klingelt mein Wecker bei der Hallen-Gala immer schon um 5.30 Uhr“, sagt der Metzgerei-Chef. Außerdem liefert Josef Klaußner früh morgens Saitenwürste, Fleischküchle und verschiedene Wurstsorten zum Belegen der Brötchen an.

Opfer der neuen Hallenfußballregeln wurde die Spvgg Holzgerlingen. In der Zwischenrundengruppe war der Landesligist punkt- und torgleich mit der Spvgg Feuerbach hinter dem VfB Neckarrems eingelaufen und stellte sich deshalb auf ein Neunmeterschießen um Rang zwei ein. Da aber seit dieser Saison erstmals der direkte Vergleich angewendet wird und Holzgerlingen gegen Feuerbach mit 0:1 verloren hatte, erfolgte das Aus noch vor der K.-o.-Phase. „Das Achtelfinale wollten wir unbedingt erreichen“, sagte Co-Trainer Malte Bonertz. „So auszuscheiden ist dann ganz bitter. Dass es das Neunmeterschießen in so einem Fall nicht mehr gibt, entscheiden Leute, die den Fußball nicht lieben.“

Ein stetes Auf und Ab durchlebte die SV Böblingen. Aber sobald der Gala-Rekordsieger von vielen Anwesenden im Glaspalast abgeschrieben wurde, legte er sofort den Hebel um, um dann wieder zu den Titelaspiranten gezählt zu werden. Im Achtelfinale erfolgte aber das Aus im Neunmeterschießen gegen den FC Nöttingen. Der Fehlschuss vom ehemaligen Futsalnationalspieler Daniel Fredel war letztlich entscheidend. Trainer Thomas Siegmund zog insgesamt ein positives Hallenrundenfazit: „Wir gehen am 27. Januar mit einem guten Gefühl in die Vorbereitung.“

Einen richtig guten ersten Auftritt bei der Hallen-Gala absolvierten die U19-Junioren des GSV Maichingen. Über die Qualifikation ins Hauptturnier gelangt blieb die Mannschaft von Mark Wanner, Tobias Pieger und Andreas Müller aber bereits in der Gruppenphase hängen. Dabei sah es nach zwei Siegen zu Beginn, darunter einem 1:0-Erfolg gegen die Spvgg Holzgerlingen, richtig gut aus für den Maichinger Nachwuchs. Niederlagen gegen den TSC Kornwestheim und den VfL Sindelfingen ließen den GSV aber trotz sechs Zählern doch noch auf Rang vier in der Gruppe abrutschen. Das Trainertrio nahm das Ausscheiden sportlich, stolz und auch mit der nötigen Prise Humor hin: „Die Jungs haben sich super geschlagen, aber vielleicht sind sie die späten Anstoßzeiten nicht gewohnt.“

Über eine Wildcard der Turnierveranstalter war der NK Croatia Sindelfingen trotz verpasster Qualifikation doch noch ins Hauptfeld gerutscht. Und das Team vom neuen Trainer Mario Hitschrich zog sich äußerst achtbar aus der Affäre. Letztlich fehlte nur ein mageres Pünktchen im Vergleich mit den anderen Gruppendritten, um hinter Calcio Echterdingen und Fortuna Böblingen die Zwischenrunde zu erreichen. Mario Hitschrich ärgerte sich über das seiner Meinung nach „unnötige Ausscheiden“, war aber auch angetan von der Leistung seines Teams.

Apropos Croatia und Fortuna: Mitte Oktober wurde das Kreisliga-A-Duell nach Rudelbildungen, Beleidigungen und gegenseitigen Drohungen vorzeitig abgebrochen und schließlich mit 0:3 gegen beide Teams gewertet. Dass Croatia nun in die Gruppe der Fortunen gesteckt wurde, barg trotzdem kein weiteres Konfliktpotenzial. Sowohl für Fortunen-Coach Willi Zimmermann als auch Mario Hitschrich, der von den Böblingern zu Croatia stieß, sind die Geschehnisse abgehakt: „Schon beim Böblinger Turnier waren wir in einer Gruppe, und auch damals war es kein Thema mehr.“ Fortuna Böblingen überzeugte vollauf, marschierte mit drei Siegen in die Zwischenrunde, musste aber am Sonntagmorgen dem dünnen Kader Tribut zollen. Mit nur einem Auswechselspieler war gegen die SG Schorndorf (0:3) und den Oberligisten FC Nöttingen (1:3) nichts auszurichten. Willi Zimmermann erkannte die Überlegenheit der Gegner an und war mit dem Auftritt seines Rumpfteams auch nicht unzufrieden. „Der Fußball, den wir gespielt haben, war in Ordnung.“

SZ/BZ-Mitarbeiter Edip Zvizdiç ist unser Mann bei der Hallenfußball-Gala. Er begleitet das Turnier seit Jahren und ist praktisch an jedem Vorrunden-Spieltag im Glaspalast.

Quelle: SZ-BZ Online