Fußball (Männer): Die blau-weiße Serie reißt im Topspiel

Der Höhenflug des VfL Sindelfingen ist im Verbandsliga-Topspiel bei den Sportfreunden Dorfmerkingen jäh zu Ende gegangen. Beim neuen Klassenprimus unterlag die von Co-Trainer Elvir Adrovic betreute Mannschaft mit 0:4 (0:1) und rutschte dadurch auf den sechsten Tabellenplatz ab.

In zuletzt fünf Spielen ohne Niederlage hatte der VfL Sindelfingen mächtig Selbstvertrauen getankt und fuhr folglich auch voller Zuversicht zum ambitionierten Aufsteiger nach Dorfmerkingen. Zwar fehlte Maik Schütt erkrankt, das in den Vorwochen vollauf überzeugende Team bot aber auch unter Leitung von Co-Trainer Elvir Adrovic dem Titelaspiranten vom Start weg energisch die Stirn.

Nach knapp 20-minütiger Abtastphase mit leichten Vorteilen für den VfL waren es aber die Dorfmerkinger, die mit der ersten Chance in Führung gingen. Das aber unter gütiger Mithilfe der Unparteiischen. Nach einem kurz ausgeführten Eckball waren die Sindelfinger einen Moment geistig abwesend, was Fabian Weiß mit einem Hammer aus 15 Metern bestrafte – 1:0. David Kocyba im VfL-Tor war machtlos. „Der Schiedsrichter entscheidet auf Ecke, obwohl der Ball davor schon deutlich die Torauslinie überquert hatte, so dass es hätte Abstoß geben müssen“, haderte Elvir Adrovic. Noch mehr ärgerte sich der Sindelfinger Co-Trainer aber über die Schlafmützigkeit seiner Schützlinge. „Es gab klare Absprachen, die aber von einigen Spielern nicht eingehalten wurden.“

Der Gegentreffer raubte den Gästen den ersten Schwung, die danach gute zehn Minuten brauchten, um sich neu zu sammeln. Die klareren Aktionen verzeichneten weiterhin die Sportfreunde, die in der 33. Minute beinahe das 2:0 nachgelegt hätten, als erneut Fabian Weiß am klasse reagierenden David Kocyba scheiterte. „Das war ein sensationeller Reflex von David“, lobte Elvir Adrovic. Mit neuem Elan startete der VfL in den zweiten Spielabschnitt, dominierte das Geschehen ohne sich jedoch die notwendigen Möglichkeiten zu erarbeiten.

Aber genau in diese Drangphase hinein leistete sich Schiedsrichter Alexander Rösch (TSG Bad Wurzach) den zweiten im Vergleich zur Entstehung des 1:0 sogar noch größeren Fehler. Im Dorfmerkinger Strafraum wollte Oliver Glotzmann in der 62. Minute an einem Gegenspieler vorbei, welcher den Ball an die Hand bekam. Der Unparteiische ließ aber weiterspielen. „Der ganze Sportplatz hat gesehen, dass es ein klares Handspiel war, und der Schiedsrichter hat freie Sicht auf die Aktion, traut sich aber nicht zu pfeifen“, war Elvir Adrovic bedient.

Umso mehr, da die Hausherren im direkten Gegenzug durch Benjamin Schiele das 2:0 erzielten. „Anstatt Elfmeter für uns und Roter Karte gegen den Dorfmerkinger Spieler, fangen wir uns das zweite Gegentor ein.“ Dormerkingens Coach Helmut Dietterle pflichtete seinem Gegenüber indirekt bei: „In der Szene hatten wir Glück.“

In der Folge waren die Sindelfinger bemüht, wieder in das Spiel zurückzufinden und warfen alles nach vorne, mehr als ein paar ansehnliche Annäherungsversuche von Oliver Glotzmann und Lars Jäger sprangen dabei aber nicht heraus. Letztlich nutzten die Sportfreunde die Lücken, die der VfL ihnen bot und machten in der Schlussviertelstunde alles klar. Christian Scherer in der 77. und Tim Brenner in der 90. Minute schossen einen klaren 4:0-Endstand heraus.

Elvir Adrovic stufte das Ergebnis als „zu hoch“ ein. „Am Ende haben wir aufgemacht, was Dorfmerkingen eiskalt ausgenutzt hat. Für uns gilt es, dieses Spiel so schnell wie möglich abzuhaken und uns auf die nächste Aufgabe daheim gegen den VfB Neckarrems zu konzentrieren.“ Mehr Sorgen macht sich der Sindelfinger Co-Trainer um die verletzt ausgeschiedenen Noah Sautter und Daniel Kniesel: „Noah musste mit Pferdekuss raus, und Daniel klagte über Oberschenkelbeschwerden. Ich hoffe, dass beide am nächsten Samstag wieder einsatzbereit sind.“

VfL Sindelfingen: Kocyba, Krauß, Sautter (50. Minute Balzer), Mohr, Wetsch, Kniesel (84. Minute Maier), Feigl, Mijic (71. Minute Syla), Klein (88. Minute Boneberger), Jäger, Glotzmann

Nach zuvor fünf Spielen ohne Niederlage mussten sich Florian Feigl und der VfL Sindelfingen im Topspiel beim neuen Tabellenführer Spfr Dorfmerkingen mit 0:4 geschlagen geben. Bild: Photo 5/A

Quelle: SZ-BZ Online