Fußball (Männer): Der VfL ist im Derby völlig chancenlos

Das war es wohl für die A-Junioren des VfL Sindelfingen in der Verbandsstaffel. Nach der bitteren 2:7-Derbyniederlage gegen die SV Böblingen kann die Mannschaft von Alexander Wetsch nur ein Wunder vor dem Abstieg retten.

Der Trainer der A-Junioren des VfL Sindelfingen sah nach dem Spiel gezeichnet aus. Dennoch wusste Alexander Wetsch das Spiel gegen die SV Böblingen richtig einzuordnen: „Phasenweise sah das nicht schlecht aus. Wenn man aber ehrlich ist, dann war uns die SVB in allen Belangen überlegen. Der Wille meiner Spieler war da, aber wir haben einfach zu viele Fehler in der Defensive begangen, um dieses Spiel gewinnen zu können.“

Nach einer halben Stunde bangten die Sindelfinger Fans sogar zwischenzeitlich, dass es eine richtig böse Abreibung für ihre Mannschaft geben könnte. Zwar hatte der VfL zu Beginn auch einige gute Szenen, wie man diese aber zu Toren macht, bewiesen die Gäste aus Böblingen. Semih Emirzeoglu (5., 34., 39.) sowie Claudius Horsch (16.) schossen eine komfortable 4:0-Führung heraus. SVB-Kapitän Sebastian Lenhardt scheiterte darüber hinaus noch mit einem Foulelfmeter an Johannes Groß, der in der Woche zuvor noch das Tor der Sindelfinger Verbandsligamannschaft gehütet hatte.

Trotz des klaren Rückstandes gab sich der VfL aber noch nicht vollends geschlagen. Zwar musste Alexander Wetsch schon nach zehn Minuten seinen verletzten Spielmacher Mehmed Sarikaya aus dem Spiel nehmen, dennoch hatten die Hausherren ihre besten Szenen in der Offensive. Pablo Perez (43.) und Christos Melissopoulos (44.) gaben den Sindelfinger Hoffnungen auf einen Derbyerfolg mit ihren beiden Toren noch vor der Pause neue Nahrung.

Den Schwung nahm der VfL auch in den zweiten Spielabschnitt mit. Und hätte Pablo Perez kurz nach Wiederanpfiff frei stehend den 3:4-Anschlusstreffer erzielt, vielleicht wären die Gäste noch einmal ins Schwimmen gekommen. So allerdings machte André Simao mit dem 5:2 in der 57. Minute bereits alles klar. Nur eine Minute später schaffte Sebastian Lenhardt das Kunststück, einen zweiten Strafstoß über das Tor zu jagen.

Die Gäste konnten diesen Fehlschuss aber verkraften, da das Aufbäumen der Sindelfinger beendet war. Danijel Zugac (62.) und Antonio D’Urso (72.) schraubten das Endergebnis auf 7:2. Leicht und locker hätte die SVB bei einem halben Dutzend weiterer sehr guter Chancen das Resultat auch zweistellig gestalten können, jedoch scheiterten die Spieler des Tabellendritten immer wieder am besten Sindelfinger Akteur, Torhüter Johannes Groß.

SVB-Coach Ralf Lenhardt war dennoch zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Unser Anspruch war es, hier deutlich zu gewinnen. Das ist uns gelungen, auch wenn wir viele Möglichkeiten haben liegen lassen. Jetzt freuen wir uns auf das Topspiel gegen Spitzenreiter Hofherrnweiler.“

Alexander Wetsch und Ramon Perez hingegen sehen der Wirklichkeit ins Auge und bereiten sich nur ein Jahr nach dem Aufstieg auf die umgehende Rückkehr in die Bezirksstaffel vor: „Wenn man realistisch ist, dann ist das gelaufen. Wir haben bei noch neun ausstehenden Spielen bereits 16 Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Jetzt gilt es, die Saison noch ordentlich zu Ende zu bringen und die älteren Spieler an den Aktivenbereich heranzuführen.“

VfL Sindelfingen: Groß, Colmsee, Di Leo, Bayrak (39. Minute Mambulu), Olgun, Malkic, Kül (72. Minute Paratore), Klein (80. Minute Mijic), Sarikaya (10. Minute Karayel), Melissopoulos, Perez

SV Böblingen: Engel, Horny, Schaffert (74. Minute Pinheiro), Hörner, D’Urso, Horsch, Simao, Grözinger (74. Minute Weinmann), Zugac, Lenhardt (68. Minute Maliqi), Emirzeoglu (68. Minute Dodoli)

Der Blick geht ins Leere: Die beiden A-Junioren-Trainer des VfL Sindelfingen, Ramon Perez (links) und Alexander Wetsch, bereiten sich nach der 2:7-Derbyniederlage gegen die SV Böblingen auf den Abstieg aus der Verbandsstaffel vor. Bild: Zvizdiç

Quelle: SZ-BZ Online