Fußball (Männer): Blau-Weiß belohnt sich spät

Quelle: SZ-BZ Online

Der VfL Sindelfingen ist im Verbandsliga-Auswärtsspiel bei Schlusslicht FC Wangen mit einem blauen Auge davon gekommen. Durch Tore von Oliver Glotzmann und Armin Zukic drehten die Blau-Weißen in der Schlussphase eine fast schon verlorene Partie noch in einen glücklichen 2:1-Sieg um.

Es war die erwartet schwere Partie. Der FC Wangen spielte nicht wie der abgeschlagene Tabellenletzte. „Die haben uns mit ihrem aggressiven Spiel den Schneid abgekauft“, sagte VfL-Trainer Maik Schütt nach der Partie.

Für den Führungstreffer benötigte Wangen allerdings die freundliche Unterstützung des VfL Sindelfingen. Im Spielaufbau vertändelte Armin Zukic das Leder. Yannick Huber war der Nutznießer und erzielte das 1:0 für das Schlusslicht (9. Minute). Die Blau-Weißen fanden auch danach nur schwer ins Spiel. „Wir haben zuviel mit dem Schiedsrichter diskutiert und uns nicht auf das Wesentliche konzentriert“, sagte Maik Schütt.

Nach einem Foul an Lars Jäger im Wangener Strafraum hatte der VfL in der 22. Minute die große Chance zum Ausgleich, doch Daniel Kniesel setzte den fälligen Elfmeter links neben den Pfosten. So blieb es beim 0:1-Rückstand zur Pause.

Doch der Kapitän machte seinen Lapsus später wieder gut. Aber zuerst musste Sindelfingen direkt nach Wiederanpfiff eine Schrecksekunde überstehen. Wieder leistete sich der VfL einen Fehler im Aufbauspiel, doch dieses Mal vertändelte der FC Wangen den Ball. „Wenn wir hier das 0:2 kassieren, ist das Spiel entschieden“, so Schütt.

Aber sein Team holte sich mit viel Ballbesitz die nötige Sicherheit. Der FC Wangen musste dagegen dem hohen Tempo Tribut zollen. In der 85. Minute hatte Armin Zukic den Ausgleich auf dem Fuß, doch er setzte die Kugel ans Außennetz. Sieben Minuten später scheiterte Florian Feigl an Wangens Torhüter Julian Hinkel. Sindelfingen drohte die Zeit wegzulaufen. Maik Schütt reagierte und brachte mit Marcello di Fabio und Mahmut Yorulmaz zwei frische Offensivkräfte. Die beiden mit der gelben Karte belasteten Frederik Mohr und Alexander Gans mussten für Raphael Molitor und Marcel Pross Platz machen. Maik Schütt: „Da wollte ich kein Risiko eingehen.“

In den letzten zehn Minuten löste der Sindelfinger Trainer die Viererkette auf. Das zahlte sich aus. Nach Vorarbeit von Daniel Kniesel traf erst Oliver Glotzmann zum 1:1 (87. Minute und 180 Sekunden später nutzte Armin Zukic ein Kniesel-Zuspiel zum 2:1-Siegtreffer. Spiel gedreht.

Maik Schütt hatte nach Schlusspfiff Mitleid mit dem Tabellenletzten: „Der FC Wangen hätte ein Punkt verdient gehabt.“ Mit dem Sieg festigt der VfL Sindelfingen seinen Platz in der Spitzengruppe der Fußball-Verbandsliga. Dennoch verkneift sich Maik Schütt weiter den Blick auf die Tabelle. „Wir müssen in der Vorrunde möglichst 20 Punkte schaffen. Allein das zählt.“

Zu diesem Ziel fehlen nur noch vier Zähler und am Samstag kommt der Tabellenvorletzte SV Zimmern ins Floschenstadion. Wie unangenehm die Partien gegen die Kellerkinder im württembergischen Fußball-Oberhaus sein können, haben die Sindelfinger Kicker am Samstag in Wangen gemerkt.

VfL Sindelfingen: Kocyba, Gans (85. Minute Molitor), Mohr (86. Minute Pross), Schuster, Bäuerle, Feigl, Jäger (72. Minute Di Fabio), Kniesel, Aleman Solis (78. Minute Yorulmaz), Zukic, Glotzmann.

Die Sindelfinger Verbandsliga-Fußballer durften am Samstag in Wangen erst spät jubeln. Dafür aber zweimal. Bild: Photo 5/A