Fußball: Lars Jäger ist der große Pechvogel

FC Wangen – VfL Sindelfingen 0:0 / Blau-Weiß bleibt auch im vierten Spiel nach der Winterpause ohne Niederlage

Der VfL Sindelfingen ist in der Verbandsliga im Kalenderjahr 2019 weiterhin ohne Niederlage. Mit dem 0:0 beim Abstiegskandidaten FC Wangen war Maik Schütt dennoch nicht zufrieden. Zumal die Sorgenfalten des VfL-Trainers aufgrund neuer Verletzungen im Kader wieder größer werden.

Schon vor der Abfahrt mit dem Mannschaftsbus erreichte Maik Schütt die erste Hiobsbotschaft. Mittelfeldspieler Florian Feigl lag mit einem grippalen Infekt flach und trat die Reise ins Allgäu erst gar nicht mit an. So hatte der Coach des VfL Sindelfingen gerade einmal 15 Mann mit an Bord, aber dreieinhalb Stunden Zeit, über eine neue Startformation zu grübeln. Die sollte im Duell beim FC Wangen versuchen, den positiven Trend mit fünf Punkten aus drei Spielen fortzusetzen.

Das schafften die Sindelfinger auch, blieben mit dem 0:0 auch im vierten Spiel nach der Winterpause ohne Niederlage. Dennoch gab es für Maik Schütt nur wenig Grund, das torlose Remis und die Sicherung des fünften Tabellenplatzes als Erfolg einzuordnen. „Wir waren das bessere von zwei schlechten Teams und haben am Ende auch noch zwei verletzte Spieler zu beklagen.“ Stürmer Lars Jäger musste nach 70 Minuten mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss im Oberschenkel vom Platz. Ihm folgte in der 84. Minute Noah Sautter, der ebenfalls ein Zwicken im Oberschenkel verspürte.

André Simao für Florian Feigl

Für den kranken Florian Feigl rutschte André Simao in die Startelf, was einen Systemwechsel nach sich zog. So rückte Oliver Glotzmann gemeinsam mit Ivo Colic auf die Halbposition, während Lars Jäger die vorderste Spitze gab. Die Umstellungen ließen sich zunächst auch gut an, weil vor allem Lars Jäger die Wangener im Alleingang beschäftigte. In der zehnten Minute verpasste er einen Pass von Noah Sautter noch knapp, in der 28. Minute zog er knapp am gegnerischen Gehäuse vorbei.

Von Wangen war bis dahin offensiv nichts zu sehen. Und doch wären die Hausherren nach genau einer halben Stunde Spielzeit fast in Führung gegangen. Franz Rädler bediente Okan Housein, der aus elf Metern aber am aufmerksamen David Kocyba scheiterte. Im Gegenzug bot sich dann erneut Lars Jäger die große Chance, seine Farben in Führung zu bringen. Sein Schuss aus halblinker Position klatschte aber an den Innenpfosten, der Ball sprang dann am einschussbereiten Oliver Glotzmann vorbei. Große Aufregung herrschte im VfL-Lager in der 41. Minute. Oliver Glotzmann schickte Lars Jäger Richtung gegnerisches Tor, jedoch wurde dieser von Jan Gleinser gefällt. Schiedsrichter Matthias Wituschek (TSV Erbach) pfiff Freistoß, zeigte dem Wangener Spieler aber nur Gelb. „Er ist letzter Mann, also muss es zwingend Rot geben“, war Maik Schütt erbost.

Die Partie flacht ab

Nach dem Seitenwechsel flachte das ehedem nicht gute Spiel weiter ab. Von Wangen kam gar nichts, vom VfL Sindelfingen nur noch wenig. „Die Räume waren da, aber unsere Passqualität war heute nicht gut genug, um diese auch zu nutzen“, ärgerte sich der VfL-Trainer. Chancen blieben somit Mangelware und entstanden meist nur durch individuelle Stärke.

So probierte es Ivo Colic in der 49. Minute aus 20 Metern, fand aber in FC-Schlussmann Julian Hinkel seinen Meister. Vier Minuten später legte Lars Jäger auf Winterneuzugang Ender Özcan ab, der knapp vorbeizog. Eine weitere Minute danach köpfte Raphael Molitor einen Eckball von Ivo Colic knapp über das Tor. Als dann Yannick Huber in der 59. Minute beim zweiten halbwegs brauchbaren Angriff der Wangener nur das Außennetz traf, war es vollends vorbei mit Torraumszenen in diesem Spiel.

Letztlich blieb es beim 0:0, welches dem VfL trotzdem mehr hilft, als den mitten im Abstiegskampf stehenden Wangenern. Auf Rang fünf halten die Sindelfinger weiterhin ein Neun-Punkte-Polster auf die Gefahrenzone der Tabelle. „Leider waren wir heute nicht gut genug, um den möglichen Sieg mit nach Hause zu nehmen“, konstatierte Maik Schütt.

VfL Sindelfingen: Kocyba, Wetsch, Mohr, Molitor, Sautter (84. Minute Klein), Frick, Simao (54. Minute Zukic), Colic, Jäger (70. Minute Perez), Glotzmann

Bild: Sindelfingens Lars Jäger traf erst den Innenpfosten des Wangener Tores und musste dann mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgewechselt werden. Bild: automotorart/A

Quelle: SZ/BZ-Online