Fußball: Im Achtelfinale ist Endstation

Fußball – WFV-Pokal: FV Löchgau – VfL Sindelfingen 4:3 n.V. (2:2, 3:3)

Der VfL Sindelfingen hat das Viertelfinale im WFV-Pokal verpasst. Beim unterklassigen Landesligisten FV Löchgau zog das Team von Tobias Winter mit 3:4 nach Verlängerung den Kürzeren. Zu allem Überfluss mussten in der Verlängerung auch noch Ender Özcan mit Rot und VfL-Kapitän Fabian Rupp mit Gelb-Rot vorzeitig vom Platz.

Die Aussicht auf einen höherklassigen Gegner in der Runde der letzten Acht hat beim VfL Sindelfingen doch nicht die große Strahlkraft gehabt. Denn nicht anders ist es zu erklären, dass die Sindelfinger beim FV Löchgau schon nach zehn Minuten mit 0:2 in Rückstand lagen. Peter Wiens per Nachschuss in der sechsten Minute sowie Kapitän Tim Schwara per Kopf schossen den Landesligisten früh in Führung. „Wir haben die Partie ganz schlimm begonnen“, konstatierte Thomas Dietsche ernüchtert.

Weit zufriedener war der sportliche Leiter der Sindelfinger mit den nächsten zehn Minuten, in denen dann seine Mannschaft zwei Tore erzielt. In der zwölften Minute köpfte Ivan Vargas Müller eine Flanke von Alexander Wetsch zum Anschlusstreffer ein, ehe sechs Minuten danach Samuel Mayer mit einem Distanzschuss Sven Altmann bezwang. Der Ball ging dem Löchgauer Torwart durch die Beine. „So schnell wir zurücklagen, so schnell waren wir wieder im Spiel“, hellte sich die Miene von Thomas Dietsche merklich auf.

Turbulente Auftaktphase

Nach dem turbulenten Auftakt mit vier Toren in nicht einmal 20 Minuten Spielzeit waren beide Mannschaften sichtlich darum bemüht, defensive Stabilität zu gewinnen. Das Vorhaben ging auch auf, jedoch auf Kosten des Angriffsspiels, denn mehr als eine Halbchance auf beiden Seiten sprang bis zur Pause nicht mehr heraus. Etwas unterhaltsamer wurde es erst wieder nach dem Seitenwechsel. Zuerst musste VfL-Torwart David Kocyba per Faustabwehr gegen Cedric Cramer (49.) klären, ehe drei Minuten später Oliver Glotzmann und Ivan Vargas Müller eine scharfe Hereingabe von André Simao um Haaresbreite verpassten.

Die favorisierten Gäste waren optisch überlegen, hatten auch deutlich mehr Ballbesitz – und gingen in der 70. Minute erstmals in Führung. Samuel Mayer brachte Pablo Perez in Position. Dessen direkte Flanke aus dem Lauf heraus segelte an den langen Pfosten, wo Oliver Glotzmann nur noch zum 3:2 aus Sicht der Gäste einzunicken brauchte. „Zu diesem Zeitpunkt ging die Führung auch vollauf in Ordnung“, freute sich Thomas Dietsche. Allerdings verwaltete der VfL das Ergebnis danach und fing sich in der 86. Minute durch Fabian Gurth den 3:3-Ausgleich ein.

Somit ging es in die Verlängerung, die die Löchgauer aufgrund einer Notbremse samt Roter Karte gegen Jannik Trautwein in der 89. Minute in Unterzahl antreten mussten. Erstaunlicherweise waren es aber die dezimierten Hausherren, die deutlich giftiger waren und folgerichtig nach genau 100 Minuten durch einen Volleyschuss von Kubilay Baki auch mit 4:3 vorne lagen.

Der VfL warf nun alles nach vorne, war nach 106 Minuten und Roter Karte gegen den eingewechselten Ender Özcan aber ebenfalls nur noch zu zehnt. Gegen die nun auf Zeit spielenden Gastgeber bot sich den Sindelfingern noch eine große Chance: In der 115. Minute sprang ein Schuss von Fabian Rupp von einem Innenpfosten an den anderen, ehe ein Löchgauer Spieler klären konnte. Für den VfL-Kapitän war die Partie zwei Minuten später nach Gelb-Roter Karte wegen Meckerns auch vorzeitig vorbei. „Eine unnötige Niederlage, zwei Hinausstellungen und zwei Verletzte – dieses Pokalspiel haben wir teuer bezahlt“, zog Thomas Dietsche ein enttäuschtes Fazit.

VfL Sindelfingen: Kocyba, Wetsch, Mohr, Rupp, Sautter (80. Minute Dreher), Molitor, Mayer, Simao (63. Minute Özcan), Pablo Perez (81. Minute Lucas Perez, 92. Minute Krauß), Vargas Müller, Glotzmann

Bild: VfL-Spielmacher Samuel Mayer (links) erzielte im Duell beim FV Löchgau den zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich, konnte die 3:4-Niederlage und das damit verbundene Ausscheiden der Sindelfinger im Achtelfinale des WFV-Pokals aber auch nicht verhindern. Bild: Zvizdiç

Quelle: SZ/BZ-Online