Fußball: Die Neuen beim VfL Sindelfingen

Ivan Vargas und seine Sonderrolle

Als Ivan Vargas Müller den VfL Sindelfingen verließ, strebte der Jungspund nach Höherem. Mehr als zehn Jahre später kehrt er mit reichlich Erfahrung zurück zum Fußball-Verbandsligisten und nimmt damit im Kreis der Neuzugänge eine ganz besondere Rolle ein.
„Ich habe richtig Lust auf den VfL“, sagt Ivan Vargas Müller. An sein erstes Engagement erinnert er sich gern, Trainer war in der Saison 2008/2009 Thomas Dietsche. Dieser ist heute Sportlicher Leiter beim Verbandsligisten und hofft, dass Ivan Vargas Müller eine Karte ausspielt, die die anderen Neuen nicht zücken können: Erfahrung.

Vor allem durch die Abgänge von Daniel Kniesel, David Kocyba und Martin Frick hat der VfL reichlich davon verloren, außerdem verließen Niko Klein, Armin Zukic und Ivo Colic den Verein. Die Liste der Neuzugänge – Ivan Vargas Müller ausgenommen – fällt dagegen komplett in die Kategorie der jungen Wilden. Der 24-Jährige Nicolai Dittrich vom FC Gärtringen geht da fast noch als Routinier durch, danach folgt Vincent Kayser vom GSV Maichingen (22 Jahre).

Alle anderen Neuzugänge dürfen altersbedingt noch gar nicht so lange Auto fahren: Maurice Dreher (19, TuS Ergenzingen), Gjon Karrica (18, SV Böblingen), Cedric Schmid (20, TSV Essingen), Lucas Perez (18, VfL Nagold), Marc Hetzel (19, SV Böblingen) und Albezian Ajazi (18, SKV Rutesheim). Dazu kommen Lucas Bittner, der den Konkurrenzkampf im Tor anstacheln soll und Mehmed Sarikaya – beide spielen eigentlich noch in der A-Jugend des VfL Sindelfingen.

„Insgesamt ist das eine sehr junge, dynamische Truppe. Wir erhoffen uns von Ivan, dass er auf dem Platz auch eine gewisse Rolle einnimmt – allerdings muss man sich solch eine Rolle auch erarbeiten“, sagt Thomas Dietsche.

Ivan Vargas Müller sieht sich dazu gut gerüstet. 29 Jahre ist ein gutes Alter, „ich möchte die Rolle eines Führungsspielers übernehmen“, und beim VfL Sindelfingen will er zurück ins Zentrum und die Offensive. Beim SSV Reutlingen war das zuletzt nicht der Fall, auf seiner ungeliebten Position des rechten Verteidigers wurde er nicht glücklich. Seine Stationen davor hießen Olympia Laupheim, GSV Maichingen und insgesamt fünf Jahre SV Böblingen.

„Davon träumen andere“

Den VfL Sindelfingen sieht er als ambitionierte Verbandsligamannschaft, das Konzept des neuen Trainers Tobias Winter mit aktivem Offensivfußball verspricht Freude, und dann sind es noch die Rahmenbedingungen, die einfach passen: „Beim Freundschaftsspiel mit dem SSV Reutlingen habe ich den neuen Kunstrasen erlebt. Als ich ging, war da noch ein Hartplatz. Und von einem Trainingsrasen mit Flutlicht kann sogar mancher Oberligist nur träumen“, sagt Ivan Vargas Müller.

Außerdem ist es für ihn in Sindelfingen viel einfacher als in Reutlingen, Fußball, Arbeit und Heimat unter einen Ort zu bringen. Derzeit wohnt Ivan Vargas Müller noch in Weil im Schönbuch, er liebäugelt aber mit einem Umzug nach Böblingen. Außerdem arbeitet er in Stuttgart, wo er im Schatten der Mercedes-Benz Arena für das Fußball-Videoportal „Die Liegen“ die Aufzeichnungen für die 3. Liga und die höchste U19-Jugendklasse in Spanien koordiniert, also in etwa die spanische A-Jugend-Bundesliga.

Von ihm aus kann es losgehen, bei einem Verein, der „seit Jahren die Nummer eins im Kreis ist und letzte Saison eine ganz starke Runde spielte“, sagt Ivan Vargas Müller. Trainingsauftakt ist am Sonntag um 10 Uhr.

 

Quelle: SZBZ Online

Bild: 13.9.08 Sindelfingen Nr.9 Ivan Vargas (mitte), SZBZ Online