Fußball: Der Vorsprung nach unten schmilzt

Fußball — Verbandsliga: TSV Berg — VfL Sindelfingen 1:0 (0:0)

Da waren‘s nur noch fünf: Der Vorsprung des VfL Sindelfingen auf den unteren Relegationsrang ist in den vergangenen drei Wochen zusammengeschrumpft. Die Mannschaft von Tobias Winter und Roberto Klug muss sich nach der 0:1-Pleite beim TSV Berg in der Verbandsliga wieder nach unten orientieren.

Der VfL Sindelfingen steckt nach der Winterpause in der Ergebniskrise. Nach der knappen Niederlage in Essingen und dem mageren 1:1 daheim gegen Heiningen hatte sich der von Co-Trainer Roberto Klug betreute VfL-Chefcoach Tobias Winter ist in der Nacht zuvor Vater geworden – beim TSV Berg viel vorgenommen. Und blickte dann schon vor dem Warmmachen bedröppelt drein.

Die Berger hatten das Spiel kurzerhand vom kleinen Kunst- auf Naturrasen verlegt. „Der Platz sah schlimm aus, solche Bedingungen habe ich in der Verbandsliga noch nie erlebt“, konnte Roberto Klug ob der Entscheidung des Gegners nur den Kopf schütteln. Seine Mannschaft schluckte ebenfalls kurz, stellte sich dann aber umgehend den Bedingungen – auch wenn diese ein normales Spiel unmöglich machten. „Drei Pässe am Stück haben weder wir noch der Gegner hinbekommen“, bestätigte der Sindelfinger Co-Trainer. So verlagerten sich beide Mannschaften darauf, den Ball einfach nur nach vorne zu prügeln und dann darauf zu hoffen, dass der Abpraller in Tornähe beim Mitspieler landet.

Fehler waren auf diesem eigentlich unbespielbaren Untergrund ebenfalls nicht auszuschließen. Einen solchen beging Noah Sautter in der achten Minute, als sein Rückpass zu kurz geriet, VfL-Torwart Michael Walz die Situation aber vor dem Berger Arne Kittel bereinigen konnte. Chancen blieben aber insgesamt Mangelware. In der 15. Minute tauchten die Sindelfinger erstmals vor dem gegnerischen Tor auf, jedoch fand Pablo Perez seinen Sturmpartner Oliver Glotzmann nicht. Erneut Glotzmann vergab drei Minuten später nach einem feinen Chipball von Ender Özcan per Dropkick. Das war es dann aber auch mit den Sindelfinger Offensivbemühungen in der ersten Halbzeit. Von Berg war in den ersten 45 Minuten aber noch weniger zu sehen. Bis auf einen Kopfball von Thomas König in der 32. Minute kam von der mit ehemaligen Ober- und Regionalligaspielern gespickten Mannschaft von Oliver Ofentausek gar nichts. „Das torlose Remis zur Pause ging in Ordnung“, ordnete Roberto Klug das Geschehen ein.

Nach Wiederanpfiff klappte dann vor allem der TSV Berg sein Visier nach unten und kam der Reihe nach durchDavid Brielmayer (51.), Thomas König (53.) und Moritz Fässler (54.) zu nennenswerten Schüssen. In der 56. Minute zahlte sich das Anrennen schnell aus. Einen Einwurf ins Zentrum ließ ein weiterer Berger Akteur zu Thomas König durchlaufen, der sofort aus 25 Metern draufhielt. Der Ball senkte sich als Bogenlampe über Michael Walz ins VfL-Gehäuse – 1:0. „Mit einem Bauerntrick legen sie uns rein“, ärgerte sich Roberto Klug über den nicht abgewehrten Einwurf. Noch war aber lange nichts verloren. Die Gäste intensivierten nun ihrerseits die Angriffsbemühungen, waren fortan aber auch anfälliger für gegnerische Konter. Bei einem dieser Gegenstöße verhinderte Michael Walz per Fußabwehr das drohende 2:0 durch Jannik Wanner.

Roberto Klug stellte hinten auf Dreierkette um, erhöhte den Druck auf die Hausherren und hätte in der 66. Minute beinahe den Ausgleich bejubeln dürfen. Oliver Glotzmann steckte den Ball auf Samuel Mayer durch, der scharf in den Strafraum weiterleitete, wo Pablo Perez aus zehn Metern knapp am linken Pfosten vorbeischoss. „Da haben nur Millimeter gefehlt“, haderte der Sindelfinger Co-Trainer. Die Sindelfinger, warfen nun alles nach vorne, kamen aber nicht mehr richtig durch. Zwei Kopfballmöglichkeiten von Oliver Glotzmann wurden im letzten Moment aber abgeblockt. Auch der TSV Berg hatte in der in der 80. und 88. Minute noch zwei sehr gute Konterchancen, die ein Mal Michael Walz entschärfen, beim zweiten Mal Vincent Kayser klären konnten. So blieb es letztlich beim schmeichelhaften 1:0-Erfolg der Berger. „Die Partie ist durch eine Unachtsamkeit von uns entschieden worden“, war Roberto Klug enttäuscht. Seinem Team wollte er keinen Vorwurf machen, im Gegenteil: „Das war unter diesen Umständen ein richtig guter Auftritt. Jetzt müssen wir aber schauen, dass wir auch ergebnistechnisch wieder in die Spur zurückfinden.“

VfL Sindelfingen: Walz, Özcan (54. Minute Simao), Mohr, Molitor, Sautter, Wetsch, Krauß (80. Minute Kayser), Dittrich, Mayer, Perez (67. Minute Vargas Müller), Glotzmann

Bild: 29.2.20 Sindelfingen TrainerTobias Winter und Roberto Klug

Quelle: SZ/BZ-Online