Fußball: Der VfL stürzt den Tabellenführer

Fußball – Verbandsliga: VfL Sindelfingen – Spfr Dorfmerkingen 2:2 (1:1) / Florian Feigl beweist bei zwei Elfmetern Nervenstärke / Seit der Winterpause ungeschlagen

Der VfL Sindelfingen bleibt auch im dritten Spiel nach der Winterpause ungeschlagen. Gegen den Verbandsliga-Tabellenführer Sportfreunde Dorfmerkingen verdiente sich die Mannschaft von Maik Schütt auf dem Kunstrasen am Floschenstadion dank einer vor allem in der ersten Halbzeit bemerkenswerten Leistung ein 2:2-Unentschieden.

Das zweite 2:2 innerhalb von sieben Tagen: Während Maik Schütt nach dem Remis in Hollenbach dem verpassten Sieg nachtrauerte, war der Trainer des VfL Sindelfingen nach Spielende des Duells gegen die Sportfreunde Dorfmerkingen zufrieden. „Mit dem neuerlichen 2:2 bin ich insgesamt zufrieden.“ In der Tat hatte der VfL den Klassenprimus in der ersten Halbzeit voll im Griff. Auch wenn Timo Zimmer die Dorfmerkinger schon nach sechs Minuten mit 1:0 in Führung geschossen hatte. Die Sindelfinger Antwort ließ aber nicht lange auf sich warten. Schon drei Minuten später stand es 1:1. Nach Foul an Lars Jäger verwandelte Florian Feigl den fälligen Strafstoß sicher zum Ausgleich. „Wichtig, dass wir schnell ausgleichen konnten“, gefiel Maik Schütt die Reaktion seiner Mannschaft.

Am Drücker

Auch danach blieben die Sindelfinger am Drücker und brachten das Spitzenteam der Verbandsliga ein ums andere Mal in Verlegenheit. In der 16. Minute hatte Oliver Glotzmann, der in Hollenbach nicht mit dabei war, das 2:1 auf dem Fuß, scheiterte jedoch an Dorfmerkingens aufmerksamem Torwart Christian Zech. Acht Minuten später ging Winterneuzugang Ender Özcan über die rechte Seite durch und legte Ivo Colic mustergültig den Ball auf. Am Elfmeterpunkt stehend brachte dieser aber keinen Druck hinter den Ball, sodass Christian Zech erneut klären konnte.

Die Gäste waren sichtlich erstaunt ob des Auftretens des VfL und hatten weiterhin Mühe, konstruktive Angriffe vorzutragen. Immer wieder verfingen sich die Dorfmerkinger im engmaschigen Mittelfeld der Schütt-Elf, die auf Daniel Kniesel verzichten musste. Im Abschlusstraining am Donnerstagabend hatte sich der etatmäßige VfL-Kapitän den rechten großen Zeh gebrochen. Aber auch ohne Kniesel fingen Martin Frick, Florian Feigl und Ivo Colic im defensiven Mittelfeld fast jeden Versuch ab.

Auch das Umschaltspiel der Sindelfinger gefiel. In der 28. Minute brachte Lars Jäger seinen Sturmpartner Oliver Glotzmann in Position. Der VfL-Torjäger tanzte noch einen Gegenspieler aus, seinen Schuss kratzte Christian Zech aber mit den Fingerspitzen aus dem unteren Eck. Drei Minuten später hatte der Torwart der Sportfreunde dann auch mal das nötige Glück. Lars Jäger ging bis an die Grundlinie durch, passte scharf nach innen, wo Oliver Glotzmann einen halben Schritt zu spät kam. „All die Chancen hätten reichen müssen, um mit einer komfortablen Führung in die Pause zu gehen“, trauerte Maik Schütt den verpassten Möglichkeiten nach.

Nach dem Seitenwechsel schien der VfL genau das nachholen zu können. Kaum hatte Schiedsrichter John Bender (TSV Gomaringen) angepfiffen, zeigte er – wenn auch mit kurzer Verzögerung – wieder auf den Punkt. Eine Flanke von Alexander Wetsch war einem Dorfmerkinger an die Hand gesprungen. Während der Unparteiische weiterspielen lassen wollte, lief sein Assistent bereits winkend zur Grundlinie. Florian Feigl legte sich auch dieses Mal den Ball zurecht und verwandelte erneut bombensicher – 2:1.

Für die Gäste, die mit der Entscheidung des Schiedsrichters überhaupt nicht einverstanden waren, war das der Startschuss, um fortan jeden Pfiff gegen sie in einer nun von Nickligkeiten geprägten Partie lautstark und wild gestikulierend infrage zu stellen. Negativer Höhepunkt der Proteste der Dorfmerkinger war eine Aussage ihres Trainers Helmut Dietterle in Richtung der Sindelfinger Bank, der VfL hätte den Schiedsrichter gekauft. „Da fällt einem nichts mehr zu ein“, konnte Maik Schütt nur noch ungläubig den Kopf schütteln.

Es wird enger

Das Gemotze hatte der Tabellenführer samt seinem Anhang eigentlich gar nicht nötig, denn fußballerisch hatten die Gäste nun einiges zu bieten. Eine Traumkombination über sieben Stationen mit jeweils nur einer Ballberührung führte in der 53. Minute zum neuerlichen Ausgleich. Torschütze zum 2:2 war erneut Timo Zimmer. Drei Minuten später bot sich Dorfmerkingen gar die Möglichkeit zur Führung, jedoch verzog Simon Vesel knapp. In der 64. Minute scheiterte dann Tim Brenner an VfL-Torwart David Kocyba, ehe Sportfreunde-Kapitän Daniel Nietzer mit dem Nachschuss nur seinen am Boden liegenden Mitspieler traf.

Der VfL überstand diese Drangphase der Gäste, ließ hinten nichts mehr anbrennen, schaffte es aber auch nicht mehr für Entlastung zu sorgen. Das Spiel hatte bei Weitem nicht mehr die Klasse der ersten Halbzeit, zog seine Spannung einzig und allein aus seinem Zwischenstand. Dass sich daran bis zum Ende auch nichts mehr änderte, lag auch an nachlassenden Kräften in beiden Reihen. „Oft wird das Auslassen so vieler Torchancen noch bestraft, heute zum Glück nicht“, war Maik Schütt nach dem Schlusspfiff erleichtert, zugleich aber auch stolz auf die Leistung seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit: „Da war nicht ersichtlich, wer hier der Tabellenführer ist.“

VfL Sindelfingen: Kocyba, Wetsch, Mohr, Molitor, Sautter, Colic, Feigl, Frick, Özcan (70. Minute Simao), Jäger (82. Minute Perez), Glotzmann

 

Quelle: SZBZ Online

Bild: Schlag ein: Alexander Wetsch (links) klatscht mit dem doppelten Torschützen Florian Feigl ab. Bild: Automotorart