Bürgerstiftung: Ein großer Ski-Star für einen Tag

Sport und Gesellschaft: Beim Fitnesstag der Sindelfinger Bürgerstiftung tanzen und springen 1400 Kinder durch Glaspalast und Tennishalle / Viel Lob aus den VfL-Abteilungen

 

Rennen statt Rechnen, Springen statt Schreiben – so sah für knapp 1400 Schüler im Alter von fünf bis zehn Jahren das Vormittagsprogramm am Donnerstag aus. Bereits zum 11. Mal hatte die Sindelfinger Bürgerstiftung zum mittlerweile traditionellen Fitnesstag in und rund um den Glaspalast sowie die Tennishalle eingeladen. An 36 Stationen durfte sich die geballte Kinderschar austoben, 100 Trainer und 100 ehrenamtliche Helfer sorgten dabei für einen gelungenen Ablauf.

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Einer dieser Helfer ist der Zehntklässler Austen Bittner. Dem Schüler des Sportzuges des Sindelfinger Unterrieden-Gymnasiums kommt dabei unter anderem die ehrenvolle Aufgabe zu, das Maskottchen zu spielen. „Das gefällt den Kindern extrem gut. Sobald sie aus dem Bus aussteigen und mich in diesem grün-gelben Fell sehen, geht das Gekreische los“, sagt Bittner lachend. Seine Lehrerin Marianne Ilgenfritz und ihr Kollege Hannes Weber von der Sindelfinger Goldberg-Gemeinschaftsschule mussten nicht lange überlegen, als sie von der Möglichkeit hörten, beim Fitnesstag der Bürgerstiftung mitzumachen. „Für unsere Schülersportmentoren ist es ideal, hier bei den verschiedenen Stationen den jüngeren Kindern Hilfestellung zu geben“, ist sich Hannes Weber sicher. „Da lernen sie, das Erlernte aus der Theorie in die Praxis umzusetzen“, pflichtet ihm Marianne Ilgenfritz bei.

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Aber nicht nur für Kinder, Mentoren und die sonstigen Helfer bedeutet die Veranstaltung im Glaspalast Großkampftag. Auch die Organisatoren Ulrich Weber, Rüdiger Fürstenberger, Regine Göppner und ihr Team von der Bürgerstiftung sind voll gefordert. „Man muss schon schauen, dass es an den 36 Stationen auch läuft. Wenn die großen Wechsel anstehen, muss man manchmal ein bisschen Druck machen, dass das zügig über die Bühne geht“, sagt Fürstenberger, der den Fitnesstag einst gemeinsam mit Axel Stahl und Alfred Bauser von der AOK ins Leben gerufen hat. Regine Göppner hatte indes schon am frühen Donnerstagmorgen organisatorisch gut zu tun. „Weil es draußen zu nass war, musste die Baum-Kletterstation leider aus unserem Programm genommen werden. Dafür gibt es jetzt ein paar Kegelgruppen mehr“, verrät Göppner.

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Diese Umplanung macht sich auf der Kegelbahn durchaus bemerkbar. „Durch den größeren Ansturm haben wir bei uns schon ein ordentliches Getöse. Aber wenn man die leuchtenden Kinderaugen nach einem erfolgreichen Wurf sieht, nimmt man das gerne ein Kauf“, sagt Abteilungsleiter Stevan Fuks von den Sindelfinger Keglern. Beim Shinson, das vom Tübinger Kampfkunsttrainer Jochen Liebig ein Stockwerk höher angeboten wird, herrscht dagegen phasenweise absolute Stille. Nur ganz vereinzelt tönen Kampfschreie durch die Luft.

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Jene hört man an der Radsport-Station zwar nicht, geräuschlos geht es aber auch hier nicht zu. „Unsere Fahrräder sind für die Kinder ziemlich ungewohnt, da fällt der ein oder andere schon mal scheppernd zu Boden“, sagt Josef Erb. Für den Abteilungsleiter der Sindelfinger Radsport-Abteilung bietet der Fitnesstag eine optimale Plattform. „Für Randsportarten wie uns ist das eine prima Möglichkeit, uns vielen jungen potenziellen Nachwuchsradlern zu präsentieren“, ist er sich sicher.

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Auch die beiden Jugendtrainer der VfL-Volleyballer, Jürgen Kratzmeier und Meral Nerger, freuen sich über die Gelegenheit, jungen Menschen ihre Sportart vorstellen zu dürfen. „Wir erklären den Kindern erst mal, was Volleyball überhaupt ist und wie es sich zum Beispiel vom Fußball unterscheidet. Und dann üben wir Grundschläge wie Baggern oder Pritschen“, sagt Nerger. Die Schülerinnen Sarah und Jasmina dürfen schnell über die ersten Erfolge jubeln. „Wir haben den Ball gerade mehr als zehnmal hin und her spielen können“, freuen sich die beiden.

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Ebenfalls dynamisch geht es an der Station der Skiabteilung zu. Vor einem großen Simulator fahren die Nachwuchs-Skistars einen imaginären Hang hinunter. „Uns ist es wichtig, den Kindern erst einmal beizubringen, wie man in die Skistiefel schlüpft und wie man richtig mit den Stöcken umgeht“, macht Lena Schöller deutlich. Ähnlich vor geht man auch neben dem Glaspalast an der Station vom Reiterverein Sindelfingen. „Viele Kinder kennen es leider überhaupt nicht mehr, ein Pferd zu streicheln“, sagt Reitlehrer Frank Hagedorn. Gemeinsam mit Angela Fröhlich und Lena Majer will er dieser Entwicklung zumindest für ein paar Stunden entgegenwirken. „Wir haben mit Soante, Celine und Leila heute extra Pferde dabei, die viele Kinder gewöhnt sind“, sagt Fröhlich. Diese Entscheidung dürfte beim Trubel mit 1400 Kindern rund um den Glaspalast an diesem Tag genau die Richtige gewesen sein.

 

Quelle: SZBZ Online

Bild: SZBZ Online